Nomophobie

Nomophobie ist eine Abkürzung für No-Mobile-Phone-Phobia, also die Kein-Mobiltelefon-Angst. Als Nomophobie bezeichnet man daher die bei manchen Menschen auftretende Befürchtung, ohne Mobiltelefon für soziale und geschäftliche Kontakte unerreichbar zu sein, wobei die Ursachen für eine Unerreichbarkeit sehr unterschiedlich sein können, etwa der Verlust oder eine Beschädigung des Geräts. Am häufigsten finden an die Nomophobie bei Menschen, die bei einem leeren Akku verzweifelt nach eine Lademöglichkeit suchen. Neben einer abnehmenden Akkulaufzeit kann auch eine schlechte Netzverbindung bei Betroffenen zu Nervosität, Beklemmung und Angstzuständen bis hin zu Panikattacken führen.

Nomophobie tritt in Zusammenhang mit anderen Angst- oder Zwangsstörungen wie Verlustängsten, Angst vor Einsamkeit oder dem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit auf. Dabei wird die angstauslösende Situation von den Betroffenen meist maßlos überschätzt. Typische Verhaltensweisen können sich auch in depressiven Stimmungen oder Nervosität äußern, die durch die ungewollte Abstinenz hervorgerufen werden. Um den Verlust der Erreichbarkeit zu vermeiden, tendieren Nomophobiker dazu, ihr Mobiltelefon gar nicht erst auszuschalten und es ständig in Blick- und Hörnähe bei sich zu tragen.

Die Möglichkeit ständiger Erreichbarkeit lässt darüber hinaus die Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsleben verwischen, denn die Arbeit kann einerseits in das Zuhause und in Freundschaftsnetzwerke eindringen, andererseits penetriert private Kommunikation die formalen Grenzen der Arbeit.

Die Angst vor diesem Zustand der Unerreichbarkeit kann sich natürlich auch auf andere Kommunikationsmittel wie Tablet oder Laptop übertragen.

Literatur

Höflich, J. R. & Gebhardt,  J. (Hrsg.) (2005a). Mobile Kommunikation. Perspektiven und Forschungsfelder. Frankfurt am Main: Peter Lang.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nomophobie (18-04-04)


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