Floating

Kurzdefinition: Eine Form der sensorischen Deprivation, also dem weitgehenden Entzug sinnlicher Wahrnehmung, ist das Floating, bei dem der Proband oder die Probandin in einem Behälter mit körperwarmem Salzwasser, das den Körper schwerelos hält und keinen Temperaturreiz bietet, gelegt wird.
Floating ist auch eine Entspannungstechnik, bei der Personen mit Hilfe von konzentriertem Salzwasser in einer speziellen Floating-Anlage (Floating-Tank oder Floating-Becken), abgeschottet von Außenreizen, quasi schwerelos an der Wasseroberfläche treiben. Die spezifische Dichte des Wassers wird durch Zugabe von Salzen auf 1,30 erhöht, sodass der menschliche Körper ohne Berührung der Wanne in der Lösung schwebt. Das Wasser ist mit etwa 34,8°C auf die menschliche Haut-Außentemperatur eingestellt, so dass der Nutzer weder Wärme noch Kälte empfindet (thermoneutrales Bad). Der Tank dient dazu, den Floater von visuellen Reizen und Geräuschen der Aussenwelt abzuschirmen, wobei in einem ruhigen Raum oder mit Musik gefloatet werden kann, entweder bei Dunkelheit oder bei gedämpftem Licht.

Diese Sinnesreizreduktion ermöglicht eine mentale Ruhigstellung. Floating wurde ursprünglich in der Gehirnforschung eingesetzt und 1954 von John C. Lilly, einem Neurologen, erfunden, der feststellte, dass Personen im Tank in einen Zustand gelangen, der vergleichbar einer Trance zwischen Wachsein und Schlafen angesiedelt ist. Auch in der Raumfahrtforschung wurde diese Methode benutzt, um Schwerelosigkeit, Isolation und Reizdeprivation zu simulieren.

Diese Entspannungsmethode wird seit einigen Jahren auch in der Medizin (Orthopädie, Dermatologie), in der Psychologie (Stressmanagement, bei Burnout-Syndrom und Suchtentwöhnung) und der Sportwissenschaft (Rehabilitations- oder Schmerzmedizin) eingesetzt, wobei nach Studien Floating bei chronischen Verspannungen, bei Bandscheibenvorfällen und Gelenkbeschwerden zu nachweisbaren Effekten führt. Beim Schleudertrauma kann sich die Halsmuskulatur durchs Floaten und durch das im Salzwasser enthaltene Magnesium entspannen und regenerieren. Durch die tiefe Entspannung im Tank sowie den Reizentzug ist ein freies, offenes und ungestörtes Wahrnehmen und Erleben innerer, psychischer Gegebenheiten erleichtert, daher wirkt Floating auch bei Überlastung, denn es werden Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin oder Cortisol abgebaut.

Quelle
http://de.wikipedia.org/wiki/Floating (10-04-21)




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