defensiver Pessimismus

Defensiver Pessimismus ist ein Konstrukt von Norem & Cantor (1986), das besagt, dass Menschen um Versagensängsten und einem drohenden Verlust an Selbstwertgefühl vorzubeugen, ihre Erwartungen reduzieren und mit einem gewissen Pessimismus an Aufgaben herangehen. Es handelt sich dabei um eine Strategie zur Angstreduktion im Vorfeld von Leistungssituationen und führt zu einer subjektiven Herabsetzung eigener Erwartungen. Defensiver Pessimismus ist meist verbungen mit einem intensiven Nachdenken über die anstehende Aufgabe und damit verbundenen potentiellen Schwierigkeiten. Diese Perspektive wird auch dann eingenommen, wenn ähnliche Situationen in der Vergangenheit bereits erfolgreich bewältigt werden konnten.

Diese Form des Pessimismus muss man vom katastrophisierenden Pessimismus unterscheiden, der generell vom schlimmsten amzunehmenden Ausgang einer Aufgabe ausgeht. Durch einen defensiven Pessimismus können Menschen durch die geringeren Erwartungen und geringerem Druck ruhiger arbeiten und damit auch bessere Ergebnisse erreichen. Zahlreiche Studien belegen, dass diese Einstellung etwa auch bei Prüfungen und  bei Beziehungen hilfreich hilfreich sein kann.

Literatur

Norem, J. K. (2002). Die positive Kraft negativen Denkens. Bern: Scherz.
Norem, J. K., & Cantor, N. (1986). Defensive pessimism: Harnessing anxiety as motivation. Journal of Personality and Social Psychology, 51(6), 1208-1217.
Neff, L. A., & Geers, A. L. (2013). Optimistic expectations in early marriage: A resource or vulnerability for adaptive relationship functioning? Journal of Personality and Social Psychology, 105(1), 38-60.
Sweeny, K., & Shepperd, J. A. (2010). The costs of optimism and the benefits of pessimism. Emotion, 10(5), 750-753.
https://de.wikipedia.org/wiki/Defensiver_Pessimismus (17-09-19)



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