Social Facilitation

Die Theorie der Social Facilitation (soziale Aktivierung) besagt, dass Lebewesen bei bloßer Anwesenheit von Artgenossen bei einfachen Aufgaben bessere Resultate erzielen. Schon Floyd H. Allport unterschied in seinen streng behavioristischen Untersuchungen von Gruppenwirkungen die social facilitation von direkter Konkurrenz. Bei komplexen Aufgaben kehrt sich diese Aktivierung um und die Leistung der Person sinkt. Das Phänomen wird durch ein Entstehen von emotionaler Erregung bei der Anwesenheit anderer Personen erklärt, wobei es drei theoretische Positionen gibt:

  • mere presence (deutsch „bloße Anwesenheit“): Diese Theorie besagt, dass Personen allein aufgrund des Wissens, dass andere Personen da sind, erregt werden und deshalb eher mit einer dominanten Reaktion reagieren (Theorie von Robert Zajonc).
  • Bewertungs-Erwartungsthese: Die These besagt, dass beobachtete Personen sich Gedanken über die Erwartungen der Zuschauer machen und deswegen erregt sind, da sie sich nicht blamieren möchten und gut dastehen möchten.
  • Ablenkungsthese: Diese These besagt, dass beobachtete Personen die Personen in ihrem Umfeld wiederum selbst beobachten und deshalb von der Aufgabenstellung abgelenkt sind.

Die Beobachtungen stimmen mit der Regel von Yerkes und Dodson überein, wonach die Leistung bis zu einem Optimum mit der Erregung ansteigt, dann jedoch, bei zu hoher Erregung, wieder abfällt. Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad unterscheiden sich in ihrem Optimum: Bei schwierigen Aufgabe, die viel Kreativität oder eine umfassende Strategie des Problemlösens benötigen, liegt die optimale Erregung geringer als bei einfachen Aufgaben, bei welchen ein erhöhtes Erregungsniveau durchaus vorteilhaft sein kann.

Der Gegenbegriff zur sozialen Erleichterung ist das soziale Faulenzen, das Nachlassen von Anspannung aufgrund der Anwesenheit von Artgenossen.




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