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retrospektive Verklärung

Als retrospektive Verklärung bezeichnet man das Phänomen, dass Menschen im Rückblick ihre eigenen Erlebnisse in einem besseren Licht darstellen bzw. schildern, als diese tatsächlich abgelaufen sind. Diese manchmal auch als rosarote Brille bezeichnete Tendenz lässt sich auch experimentell nachweisen, da Menschen generell dazu neigen, persönliche Vorhaben übertrieben positiv zu betrachten. So untersuchten Devitt & Schacter (2018) dieses Phänomen der retrospektiven Verklärung in einigen Experimenten, in denen Probanden aufgefordert worden waren, sich künftige Ereignisse auszumalen, etwa eine Reise oder den Besuch eines Theaterstücks. Danach legte man den Versuchspersonen ausformulierte Narrative vor, wie die imaginierten Erlebnisse dann tatsächlich ausgefallen waren und überprüften danach die Erinnerungen an diese Geschichten. Es zeigte sich dabei, dass eine hohe Erwartung und Vorfreude spätere Erinnerungen positiv verzerrte, während negative Erwartungen keine Auswirkungen auf die emotionale Färbung der Rückschau hatten. Die Erwartungen prägten jedoch nicht nur die Erinnerung, sondern die Vorfreude steigert ganz allgemein den Genuss an einem Erlebnis, d. h., positive Erwartungen hinterlassen demnach bereits Spuren im Gedächtnis, die bei der realen Erfahrung aktiviert werden und wie ein Filter die Wahrnehmung und somit auch die spätere Erinnerung prägen.

Literatur

Devitt, A. & Schacter, D. (2018). An Optimistic Outlook Creates a Rosy Past: The Impact of Episodic Simulation on Subsequent Memory. Psychological Science, doi:10.1177/0956797617753936.



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