Sensibilisierer

Sensibilisierer bzw. Sensitivierer sind Menschen, die beim Bewältigen oder Verarbeiten von Emotionen oder Situationen zu einem problemorientierten Coping neigen, indem sie empfindsam bereits geringste Anzeichen der Problemankündigung wahrnehmen und nach weiteren Hinweisen hierfür suchen. Bei der Angstabwehr wird etwa versucht, Angst als Repressor überhaupt zu vermeiden, d. h., alles, was mit Angst zu tun hat, wird weggeschoben, es wird versucht, sich nur dort zu bewegen, wo man nicht durch diese Angstreize belästigt wird. Dadurch kann sich der Mensch nie damit auseinandersetzen, sodass er nie lernen wird, mit Angst adäquat umzugehen. Desensibilisierer sind ständig auf der Suche nach Angstreizen, d. h., diese Menschen können es nicht ertragen, dass es noch etwas gibt, was sie erschrecken könnte. Sie sind schon auf einem so hohen Niveau, dass sie permanent versuchen zu prüfen, welche Bedrohung es noch geben könnte, die sie noch nicht beherrschen (siehe dazu Sensation Seeking), die aber letztlich auch eine unproduktive Art haben, mit Angstinhalten umzugehen.

Aus Sicht der Entwicklungspsychologie hängt es mit dem Erziehungs- und dem Familienklima zusammen, dass Kinder und später als Erwachsene, die solche Angstentwicklungsstile haben, kein Kontrollbewusstsein und Kontrollerleben in ihrer Erziehung und ihrer Familiensituation erlernt haben. Sie haben nicht die positive Erfahrung gemacht, dass Situationen bewältigbar sind, dass ihre Verhaltensweisen vorhersehbare und vorhersagbare Konsequenzen haben. Es ist daher wichtig, dass schon kleine Kinder frühzeitig ein Kontrollerleben lernen, indem sie erfahren, das die Umwelt kontrolliert und bewältigt werden kann.



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