Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten.

Empathie Quotient

Der Empathie Quotient ist eine auf einem Testverfahren beruhende Maßzahl für Defizite in der Fähigkeit zur Empathie. Der Fragebogen ermittelt dabei die subjektiv wahrgenommene Überzeugung hinsichtlich der eigenen Empathie, eine der grundlegenden Komponenten im emotionalen und sozialen Leben. Der Empathie Quotient wurde vorrangig für die Anwendung in der Klinischen Neuropsychologie entwickelt, also Menschen mit Störungen wie dem Asperger-Syndrom oder anderen autistischen Störungen.

Empathie setzt sich grundsätzlich aus zwei Aspekten zusammen: Aus der Fähigkeit, die Gedanken und Gefühle anderer zu erkennen und der passenden Reaktion auf solche Signale durch angemessene eigene Emotionen und Verhaltensweisen. Den ersten Teil bezeichnet man als „kognitive Empathie“ und den zweiten als „affektive Empathie“, wobei der Empathie-Quotient beide Aspekte der Empathie umfasst. Es man kann den Unterschied zwischen kognitiver und affektiver Empathie beim Vegleich von Psychopathen und Autisten gut erklärem, denn mangelnde affektive Empathie ist ein notwendiger Faktor, um menschliche Grausamkeiten zu erklären, während eine gute kognitive Empathie sogar gefährlich sein kann, wenn etwa Psychopathen die Emotionen anderer erkennen und sie dadurch in der Lage sind, ihr Gegenüber besser manipulieren zu können. Autisten haben vorwiegend Probleme mit der kognitiven Empathie, denn diesen fällt es schwer, die Gedanken, Motive, Vorhaben und Gefühle anderer Menschen überhaupt zu verstehen. Autisten verletzen andere Menschen aber nicht, sondern sie verstehen sie einfach nicht und ziehen sich vor anderen zurück. Daher bevorzugen sie die vorhersagbare Welt der Objekte. Die affektive Empathie ist bei Autisten jedoch intakt, doch es beunruhigt sie, wenn sie hören, dass jemand anderer leidet.

Untersuchungen (Warrier et al., 2018) haben gezeigt, dass die Fähigkeiten zum Einfühlungsvermögen beim Menschen teilweise auf Veranlagung zurückzuführen sind, wobei etwa ein Zehntel der Variation mit genetischen Faktoren verknüpft ist. Frauen sind dabei im Durchschnitt etwas empathischer als Männer, doch ist dieser geschlechtsspezifische Unterschied nicht genetisch bestimmt. Die Entwicklung von Empathie wird auch durch Hormoneinflüsse, die auch schon pränatal wirken können, die unterschiedliche Sozialisation von Frauen und Männern durch Kultur und Erziehung beeinflusst.

Testverfahren: https://www.schuhfried.at/test/EQ (18-01-02)

Literatur

Warrier, Varun, Toro, Roberto, Chakrabarti, Bhismadev, Børglum, Anders D., Grove, Jakob, Hinds, David A., Bourgeron, Thomas & Baron-Cohen, Simon (2018). Genome-wide analyses of self-reported empathy: correlations with autism, schizophrenia, and anorexia nervosa. Translational Psychiatry, 8, doi:10.1038/s41398-017-0082-6.



Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

Weitere Seiten zum Thema



You must be logged in to post a comment.



Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2018