optischer Fluss

Als optischen Fluss bezeichnet man die Fähigkeit vieler Lebewesen, auf Grund der Eigenbewegung und anhand der Geschwindigkeit, in der Dinge an ihnen vorbeiziehen, eine Information über die zurückgelegte Entfernung zu erhalten. Der optische Fluss ist daher eine wichtige Repräsentation von Bewegungsinformationen.

Der Gedanke, dass Eigenbewegungen des Betrachters Reizmuster erst hervorbringen, die Informationen über die Umwelt enthalten, ist von großer Bedeutung für den ökologischen Ansatz in der Psychologie, aber auch für die Idee des aktiven Sehens.

Der Begriff des optischen Flusses geht auf den Begründer der ökologischen Psychologie J. J. Gibson (1950) zurück. Gibson konzentrierte sich darauf, die Wahrnehmung in der natürlichen Umwelt zu untersuchen, wobei sein Hauptaugenmerk darauf lag, eine Verbindung zwischen dem, was ein Mensch wahrnimmt und seiner eigenen Bewegungen aufzuzeigen. Er war der Meinung, dass Veränderungen des optischen Flusses aufgrund eigener Bewegungen bedeutungshaltige Informationen liefern, die unmittelbar wahrgenommen werden. In gleicher Weise kann auch durch die Bewegung eines Objekts bedeutungshaltige Wahrnehmung entstehen. Gibsons ökologische Theorie geht davon aus, das Wahrnehmung kein konstruktiver Prozess ist, sondern dass Wahrnehmung direkt ohne das Hinzufügen kognitiver Prozesse funktioniert.
In der Technik nützt man dieses Phänomen etwa für die optische Computermaus, die Bildstabilisierung von Kameras oder der Sichtnavigation von Robotern.

Literatur

Gibson, J.J. (1950). The Perception of the Visual World. Boston: Houghton Mifflin.



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