Acceptance Prophecy

Das Konstrukt Acceptance Prophecy bezeichnet eine Form der selbsterfüllenden Prophezeiung hinsichtlich der Sympathiewerte von Menschen, aus dem sich Sympathieregeln für den Alltag ableiten lassen.

Volle Aufmerksamkeit dem Gegenüber, d. h., dass man den Gesprächspartner direkt ansieht und ihm auch körperlich zugewandt ist, man den anderen zu Wort kommen lässt und genau zuhört, wobei Zuhören bedeutet, darauf zu achten, was gesagt wird und nicht nur auf die nächste Pause zu warten, um endlich selbst sprechen zu können. Dadurch fühlt sich der andere gesehen und ernstgenommen.

Offen auf andere zugehen, d. h., vorurteilsfrei und unvoreingenommen zu sein, was bedeutet, andere Meinungen ertragen zu können und sich durchaus kontrovers auseinanderzusetzen und Interesse für die Ansichten des anderen zu äußern. So fühlt sich der andere akzeptiert.

Positive Einstellung, denn Optimismus hat eine mitreißende Kraft und wer von Hektik und schlechter Laune unbeeindruckt bleibt, dem vertrauen andere Menschen leichter. Dabei kann man dem anderen helfen, selbst den Blickwinkel zu verändern.

Humor ist ansteckend und bringt Leichtigkeit in eine möglicherweise verfahrene Situation, denn durch Lachen entlädt sich Spannung und so mancher Konflikt löst sich dabei auf.

Keine Berührungsängste haben, wobei Berührung meint, dass man keine Hemmung hat, andere anzusprechen, wenn etwas passiert ist und nachzufragen, ob jemand Unterstützung braucht. Dabei darf man keine Angst haben, zum anderen abgelehnt zu werden. Alle sozialen Berührungsreize lösen biochemischer und neurophysiologischer Prozesse aus, die Beziehungen fördern.

Sich selbst kennen und zu den eigenen Fehlern stehen, denn solche Menschen vermitteln das Gefühl, das was man sieht man auch bekommt, wodurch erst Vertrauen entsteht.

Sich nicht in den Vordergrund drängen, denn im Mittelpunkt zu stehen ist für solche Menschen nicht wichtig. Dadurch können sich auch stillere Menschen entfalten.

Literatur

Stinson, D. A. Cameron, J. J., Wood,  J. V., Gaucher, D. & Holmes, J. G. (2009). Deconstructing the “Reign of Error”: Interpersonal Warmth Explains the Self-Fulfilling Prophecy of Anticipated Acceptance. Personality and Social Psychology Bulletin, 35, 1165 – 1178.
Stinson, D. A., Logel, C., Holmes, J. G., Wood, J. V., Forest, A., Gaucher, D., Fitzsimons, G., & Kath, J. (2010). The regulatory function of self-esteem: Testing the acceptance and epistemic signaling systems. Journal of Personality and Social Psychology, 99, 993 – 1013.
Cameron, J.  J., Stinson, D. A., Gaetz, R., & Balchen, S. (2010). Acceptance is in the eye of the beholder: Self-esteem and motivated perceptions of acceptance from the opposite sex. Journal of Personality and Social Psychology, 99, 513-529.



Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

Werbung

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2018