Moderation

Moderation ist eine Methode, die in Meetings, Teambesprechungen, Projektgruppen und Trainings häufig angewendet wird, wobei es um die Führung und Steuerung der Diskussion bzw. Interaktion handelt, ohne dass der Moderator selber aktiv auf die Inhalte der Besprechung oder das Verhalten der Gruppe Einfluss nimmt. Daher sollte man Moderation nicht mit einer Gesprächshaltung verwechseln, in der man selber im Vordergrund stehen oder andere von der eigenen Meinung überzeugen möchte. In der ursprünglichen Wortbedeutung bezeichnet Moderation eigentlich „Mäßigung“ oder „Maß halten“ und ist schon seit dem Altertum bekannt. Die Moderationsmethode ist letztlich eine Sammlung von Techniken und Methoden von Gesprächsführung in Gruppen, wobei in der Regel das Ziel der Methode ist, kreatives und produktives Arbeiten über die Strukturierung der kommunikativen Interaktion aller Beteiligten zu unterstützen. Dabei sollen Problem-, Lösungs- oder Lernprozesse trotz meist bestehender Interessenkonflikte oder hierarchischer Verhältnisse in der Gruppe moderierend unterstützt werden.

Im Alltag ist der Begriff von der Rolle des „Fernseh-Moderators“ geprägt, zu dessen Aufgaben es gehört, bei Rundfunk- oder Fernsehsendungen die Gespräche zwischen verschiedenen TeilnehmerInnen entsprechend bestimmter Vorstellungen zu leiten und zu lenken.

Eine Moderation findet auf drei verschiedenen Ebenen statt:

  • Steuerung der Gesprächsrunde
  • Beziehungsebene zwischen allen Beteiligten
  • Inhaltsebene der Gesprächsrunde

Die Seiten einer Nachricht bei der Moderation

In Sitzungen kommt es immer wieder vor, dass sich in kritischen Situationen die Beteiligten gegenseitig nur Vorwürfe machen, anstatt sachlich zu argumentieren. Um die Vorwürfe. wieder auf die Sachebene zu lenken, gibt es für ModeratorInnen einige Methoden, die schon im Vorfeld angewendet werden können, insbesondere dann, wenn verdeckte Botschaften in der Kommunikation in eine dauerhafte Verstimmung münden, in der nur noch das Nötigste miteinander gesprochen wird bzw. Beschuldigungen das Gespräch dominieren. Zunächst sollte man solche implizite Botschaften erkennen, wenn ein Diskutant Bemerkungen macht, die einen verdeckten Vorwurf enthalten, wobei häufig der aufsteigende Ärger in eine Verallgemeinerung gepackt wird und implizit die Schuldfrage in den Raum geteilt wird, die auf die Stimmung drückt. Man sollte daher als Moderator eine eindeutige offene Kommunikation einfordern, indem man diese impliziten Gefühle anspricht. Meist kommt bei der Hörerin oder beim Hörer etwas anderes an, als es die Sprecherin oder der Sprecher mit seinen Worten gemeint hat, denn Kommunikation ist nie eindeutig, denn sie enthält vier wesentlichen Ebenen, wobei die Selbstoffenbarungs- und die Beziehungsebene zu den meisten Missverständnissen führen. Allerdings ist es auch für einen Moderator oft schwierig, ein Gespräch wieder auf die Sachebene zurückzuführen. Wenn man auf eine sachliche Frage eine Antwort auf der Beziehungsebene erhält, geht man am besten als Erstes auf die Beziehungsebene ein, um damit zu verdeutlichen, dass man die Botschaft zwar gehört habt, diese aber im Augenblick zurückstelen möchte. Danach führt man das Gespräch auf der Sachebene weiter.

Quellen & Literatur
Die Moderation – Was ist das?
Stangl, W. (2001). Die vier Seiten einer Nachricht – ein Modell der zwischenmenschlichen Kommunikation.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Komm4Seiten.shtml (01-11-21)
http://www.selbstmanagen.de/Selbstmanagement/Moderation/moderation.html (10-02-03)




Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017