Cyberpsychologie

Die Cyberpsychologie, auch Internet-, Web- oder Computerpsychologie, ist ein immer wichtiger werdendes Teilgebiet der Medienpsychologie und befasst sich mit dem psychologischen Verhalten und Prozessen in digitalen Welten, im besonderen mit dem Internet. Ein weiterer wesentlicher Forschungsbereich ist die Computerspielpsychologie, die sich mit den psychologischen Prozessen und Auswirkungen von Computerspielen befasst.

Vor allem der Alltag von jungen Menschen orientiert sich immer stärker an virtuellen Handlungsräumen wie den sozialen Netzwerken wie Facebook, auf YouTube, in Online-Spielen aber auch auf Beratungsplattformen. Die Cyberpsychologie versucht daher zu untersuchen, welchen Einfluss das auf den Einzelnen und seine Beziehungen hat, aber auch welche Chancen und Gefahren die virtuelle Welt bietet. Da das Internet für Menschen völlig neue Handlungsmöglichkeiten wie Realitätsflucht oder das Experimentieren mit der eigenen Identität ermöglicht, bietet sich hier ein weites Betätigungsfeld für PsychologInnen an.

Hinzu kommt, dass im letzten Jahrzehnt virtuelle Massenhetze oder Hasskampagnen wie Shitstorm oder Flaming und das gezielte Schädigen und Fertigmachen von Menschen über Cybermobbing oder Cyberstalking, sich entwickelt haben, die man bisher als Verhaltensformen in ihren digitalen Ausprägung so noch nicht kannte und die für die Menschen häufig viel schwerwiegendere Auswirkungen haben als zum Beispiel Mobbing und Stalking im realen Leben.

Ivan Goldberg, der Erfinder der Internetsucht, hatte übrigens diesen Begriff zunächst als Scherz gemeint, aber 1995 widmete die Zeitung „New York Times“ dieser neuen Sucht großen Raum. Rasch meldeten sich ernsthaft Betroffene und die ersten Cyberpsychologie-Praxen schossen aus dem Boden. Kimberly Young schrieb das Fachbuch „Caught in the Net“ und gründete in Pittsburgh das Center for Online Addiction, bis heute die erste Anlaufadresse für alle, die sich über den Stand der IAD-Forschung informieren wollen. Ivan Goldberg meinte aber, dass nicht das Internet per se süchtig macht, sondern die Anwender damit Depressionen, Angstzustände oder Dysphorien und mit Gereiztheit einhergehende Stimmungslagen bekämpft.

Literatur

Stangl, W. (2017). Internetsucht – Onlinesucht. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/Internetsucht.shtml (2017-12-22)
https://de.wikipedia.org/wiki/Cyberpsychologie (15-11-21)



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