Lernzieloperationalisierung

Die Lernzieloperationalisierung hat die Aufgabe, eindeutige Formulierungen zu dafür zu finden, welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten oder auch Haltungen am Ende einer Unterrichtseinheit beherrscht werden sollen. Lernziele werden meist als Verhaltensbegriff bzw. als gewünschtes Endverhalten formuliert, wobei Lernen als Verhaltensänderung im weitesten Sinne unterstellt wird. Diese Verhaltensveränderung muss aber messbar und überprüfbar durch Leistungsmessung sein, daher ist durch die angemessene Formulierung von Lernzielen dieses gewünschte Endverhalten genau zu definieren. Die angestrebten Lernziele dürfen dabei nicht zu schwer und nicht zu leicht, nicht zu kompliziert und nicht zu einfach sein, also für einen ideellen Mittelschüler in der Klasse formuliert werden. Dabei muss für jede Zielgruppe ein mittlerer Schwierigkeitsgrad gefunden und formuliert werden. Eine Operationalisierung im engeren Sinn ist die Angabe der Messoperation, mit der ein beobachtbares Element einer gewünschten Veränderung des Schülerverhaltens kontrolliert werden kann, während eine Operationalisierung im weiteren Sinn die Erarbeitung einer ungenauen Lernzielangabe bis hin zur sprachlich eindeutigen Angabe beobachtbarer Elemente der gewünschten neuen Verhaltensdisposition des Lernenden darstellen kann. Ein Lernziel ist dann operationalisiert, wenn beobachtbare bzw. messbare Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Haltungen bzw. Verhaltensänderungen der SchülerInnen beschrieben werden, die dieser nach Ablauf des Unterrichts beherrschen sollen. Zusätzlich müssen die Bedingungen genannt werden, unter denen dieses angestrebte Verhalten kontrolliert werden soll, also etwa Lernzeit, zugelassenen oder nicht zugelassene Hilfsmittel oder Zusammenarbeit mit anderen Schülern, usw. Schließlich muss ein Bewertungsraster und Beurteilungsmaßstab angegeben werden, nach dem entschieden werden kann, ob die Schülerin/der Schüler das Lernziel erreicht hat und in welchem Ausmaß. Die Lernzieloperationalisierung bietet den Vorteil der schnellen Verständigung über die Ziele des Lehrplans und die leichtere Erfolgskontrolle im Unterricht. Allerdings limitieren Lernziele auch deb Entscheidungsspielraum des Lehrers und üben einen oft unnötigen Zwang zur Detaillierung und Präzisierung der Zielvorstellungen aus.

Siehe auch Operationalisierung und Lernzieloperationalisiserung

Literatur
Stangl, W. (1997). Lernzieloperationalisierung. Werner Stangls Arbeitsblätter.
WWW: http://paedpsych.jk.unilinz.ac.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/Arbeitsblaetter.html (11-01-02)




Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017