Epochenunterricht

Epochenunterricht ist eine Form der Stundenplangestaltung und des Unterrichtsaufbaus an Schulen, bei dem für einen gewissen Zeitraum das Nebeneinander der Fächer aufgehoben wird, um konzentrierter bei einem Unterrichtsgegenstand zu bleiben. In diesen Tagen wird ein Thema immer wieder aufgegriffen und vertieft, da die Unterrichtsform des Epochenunterrichts vorsieht, dass ein Unterrichtsfach für drei bis vier Wochen jeden Morgen in den ersten beiden Schulstunden unterrichtet wird, was eine Organisationsform darstellt, die eine von Tag zu Tag erfolgende ganzheitliche Stoffvertiefung erreicht (Stangl, 2017).
Ziel ist vor allem, ein Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Diese Unterrichtsform ist charakteristisch für die Waldorfpädagogik. In den Epochen setzen sich SchülerInnen über drei Wochen intensiv mit einem Thema auseinander, wie etwa mit der Tier- und Pflanzenkunde, wobei jeder Schultag in der Regel mit dieser Doppelstunde beginnt, in der am Beginn die Schüler den Stoff vom Vortag wiederholen und ihn in Neues einbetten. Durch die Regelmäßigkeit ist man intensiver mit einem aktuellen Thema verbunden und kann sich dadurch den Stoff auch leichter merken. Oft wird auch nicht mit Büchern gearbeitet sondern mit einem Epochenheft, wodurch der Schüler bzw. die Schülerin lernen muss, welche Informationen es wert sind, aufgeschrieben zu werden, und welche nicht. Am Ende des Epochenunterrichts sammelt die Lehrerin oder der lehrer die Hefte ein, um sie zu bewerten, wobei es um Inhalte und um die Darstellung geht. Ein gut geführtes Epochenheft zeigt dann, dass die Schülerin oder der Schüler Wichtiges von Unwichtigem trennen kann.

Manchmal wird diese lockere Unterrichtsgestaltung kritisiert und dass sich manche SchülerInnen eher verstecken und andere für sich arbeiten lassen. Allerdings ist das auch im traditionellen Unterricht möglich. Die SchülerInnen bekommen durch den Epochenunterricht vieles vermittelt, was für sie später im Studium oder in der Ausbildung nützlich sein wird.

Literatur

Kamm, H. (Hrsg.) (2000). Epochenunterricht: Grundlagen – Modelle – Praxisberichte. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Stangl, W. (2017). Lernen und Vergessen. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/Vergessen-Lernen.shtml (2017-09-19)



Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:


You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017