Kunstpsychologie

Die Kunstpsychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie, deren Aufgabe die psychologische Analyse von Sachverhalten ist, die dem Bereich der Kunst zugeordnet werden, z.B. das Erleben und Verhalten des Künstlers bzw. des Interpreten und Kunstbetrachters. Kunstpsychologie kann auch als ein der Teilgebiet der Kunstwissenschaft verstanden werden, da sie über die ikonographische Betrachtung hinaus Beiträge zur Psychologie des Kunstwerkes liefern kann. Die Kunstpsychologie befasst dabei sich vorwiegend mit psychologischen Aspekten der Aufnahme und Schöpfung von Werken der verschiedenen Kunstgattungen und darüber hinaus mit dem ästhetischen Erleben auch jenseits der Kunst. Spezielle Aufmerksamkeit widmet die Kunstpsychologie etwa der Untersuchung der emotionalen Wirkung von Farbe, Form und Licht, der Raumgestaltung und -erfahrung, der Spannungsmomente wie der Anordnung senkrechter, waagerechter oder schräger Elemente in einem Bild, sowie den Ausdruckswerten formaler Strukturen.

Die Kunstpsychologie entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Entstehung einer allgemeinen Kunstwissenschaft, und wandte Untersuchungsmethoden der psychologischen Physiologie und der Gestalt- und Ganzheitspsychologie – etwa in Bezug auf die Gestaltgesetze – an. Speziell geht die Kunstpsychologie auf Gustav Theodor Fechner zurück, der einer philosophisch-spekulativen Ästhetik von oben eine empirische Ästhetik von unten entgegenstellte. In der Entwicklung der akademischen Psychologie wurden ab der Mitte des 20. Jahrhunderts ästhetische Fragestellungen, die noch zu Beginn des Jahrhunderts starke Resonanz bei der Generation der Gründer der wissenschaftlichen Psychologie fanden, eher zur Randerscheinung ohne institutionelle Verankerung. In der Vergleichenden Kunstpsychologie ist in den letzten Jahrzehnten die gestaltende Tätigkeit im Umkreis des Psychopathologischen und geistig Abnormen wieder häufiger untersucht worden.

Bei der Analyse eines Kunstwerks ist meist eine Zusammenschau psychologischer und kunsthistorischer Verfahren notwendig, um einen hermeneutischen Zugang zu einem Kunstwerk zu erlangen. Hierbei geht es um ein Sinn-Verstehen der unbewussten Bedeutung von Kunst, wobei dieser unbewusste Inhalt  dann bei genauer Analyse Aufschlüsse über mögliche Persönlichkeitsaspekte des Künstlers und über die psychologisch-gesellschaftliche Situation seiner Zeit gibt.

Literatur & Quellen

Kobbert, M. J. (1986). Kunstpsychologie: Kunstwerk, Künstler und Betrachter. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
Kreitler H. & Kreitler S. (1980). Die Psychologie der Kunst. Stuttgart: Kohlhammer.
https://www.kunstpsychologie.de/analytische-kunstpsychologie/ (17-08-11)
http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/kunstpsychologie/8405 (17-08-11)
http://www.wissen.de/lexikon/kunstpsychologie (17-08-11)
https://portal.hogrefe.com/dorsch/kunstpsychologie/ (17-08-11)



Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

Werbung



You must be logged in to post a comment.



Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2018