Esssucht

1. Definition
Esssucht – siehe Bulimie (vgl. Hillig 1996, S. 105).
Im Schülerduden wird Bulimie mit Heißhunger, Esssucht oder Fresssucht gleichgesetzt und als Symptom organischer oder psychischer Ursache (z.B. als Leitsymptom der Bulimia nervosa) bezeichnet. (vgl. Hillig 1996, S. 59)

2. Definition
„Bulimie, eine Essstörung, bei der die Betroffenen zuviel essen und sich dann bewusst übergeben oder Abführmittel einnehmen. Es ist viel darüber gestritten worden, ob die Bulimie ähnliche Ursachen hat wie die Anorexie. Die leidenschaftlichste Vertreterin dieser These ist Susie Orbach, die beide Krankheiten als weibliche Rebellion gegen die Rolle der Frauen in der patriarchalischen Gesellschaft interpretiert“ (Cohen 1990, S. 54).

3. Definiton
Clauß (1995, S. 78) definiert Bulimie [bulimia] als Heißhunger, Gefräßigkeit bzw. als eine psychosomatische Dysregulation, welche anfall- bzw. durchbruchartig auftreten und auch gekoppelt mit einer Essvermeidung (Anorexie) einher gehen kann.

4. Definition
„[gr. bus Ochse, limos Hunger], krankhafter Heißhunger“ (Häcker & Stampf 1994, S. 125).

5. Definition
Bulimie ist eine Form der Essstörung wobei in wiederkehrenden Fressattacken innerhalb kürzester Zeit große Mengen an Nahrungsmittel zu sich genommen werden. Im Anschluss wird jene Person versuchen, die im Vorhinein zu sich genommenen überflüssigen Kalorien durch selbst herbeigeführtes bzw. erzwungenes Erbrechen loszuwerden. Dabei werden ebenfalls Abführmittel, Einläufe, harntreibende Medikamente oder andere Mittel missbräuchlich verwendet (vgl. Zimbardo 1995, S. 613).

Siehe dazu im Detail die Arbeitsblätter zu Essstörungen!

Kurioses zur Esssucht

Forscher um David Anderson (California Institute of Technology) haben bei Mäusen jene entscheidenden Gehirnzellen entdeckt, die das Verlangen zu essen stoppen können. Die Aktivierung dieser Neuronen kann die Nahrungsaufnahme sofort eindämmen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Nervenzellen wie eine zentrale Schaltstelle funktionieren. Mit Hilfe von Laserstrahlen gelang es, die Neuronen zu stimulieren und so einen sofortigen Stopp der Nahrungsaufnahme herbeizuführen. Diese Erkenntnisse könnten eines Tages bei Fettsucht und Anorexie zu neuen Therapien führen.
Quelle: OÖN vom 6. August 2014

Verwendete Literatur
Clauß, G. (1995). Fachlexikon ABC Psychologie. Frankfurt/Main: Verlag Harri Deutsch.
Cohen, D. (1990). Lexikon der Psychologie. München: Heyne Verlag GmbH & Co. KG.
Häcker, H. & Stampf, K. (1994). Dorsch Psychologisches Wörterbuch. 12. überarbeitete und erweiterte Auflage. Bern: Verlag Hans-Huber.
Hillig, A. (1996). Schülerduden. Die Psychologie. 2. neu bearbeitete Auflage. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag.
Zimbardo, P. G. (1995). Psychologie. Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag.





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