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Negativismus

Als Negativismus wird in der Psychologie ein ablehnendes Verhalten bezeichnet, wobei eine solche Phase nicht psychologisch auffälliger Erscheinungsformen in bestimmten menschlichern Entwicklungsstufen, etwa bei Kindern im Trotzalter oder in der Pubertät bei Jugendlichen, auftritt.

Als Negativismus wird auch die generelle Grundhaltung von Menschen bezeichnet, die im Leben immer das Schlimmste und Schlechteste erwarten. Das führt häufig dazu, dass diese Menschen in einer permanent negativen Grundhaltung verharren, in einen negativen Teufelskreis geraten und sich in der Folge sozial isolieren oder isoliert werden. Man nimmt übrigens an, dass Menschen, die immer nur das Schlechteste in ihren Gefühlen betrachten und ihre Traurigkeit oder Enttäuschung in den Vordergrund rücken, sich also zu viel mit den negativen Aspekten des Lebens auseinandersetzen, mit der Zeit in eine negative Denkspirale geraten, die in der Folge die Entstehung zahlreicher psychischer Erkrankungen begünstigt. Probanden eines Versuchs (Ford et al., 2017), die sich grämten, weil sie sich in einer Prüfungssituation schlecht fühlten, und die ihre negative Emotionenvon sich schoben, fühlen sich sich allerdings deutlich gestresster als jene Probanden, die ihre schlechte Laune einfach akzeptierten, ohne sich dafür selber zu verurteilen.

Der Negativismus ist ein psychiatrisches Symptom aus der Gruppe der Parakinesen, wobei Menschen entgegengesetzt zum von ihnen Verlangten bzw. Erwarteten handeln oder jede Handlung komplett verweigern. Man unterscheidet dabei einen aktiven Negativismus mit einem zur äußeren Erwartung gegenteiligen Verhalten, und einen passiven Negativismus mit Unterlassung einer erwarteten Handlung. Manche Betroffene können übrigens dadurch zur gewünschten Aktivität gebracht werden, indem man ihnen das Gegenteil des eigentlich Gewünschten anordnet (paradoxe Intention).

Literatur
Ford, B.Q., Lam, P., John, O.P. & Mauss I.B. (2017). The Psychological Health Benefits of Accepting Negative Emotions and Thoughts: Laboratory, Diary, and Longitudinal Evidence. J Pers Soc Psychol, doi: 10.1037/pspp0000157.


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