Determinismus

1. Definition
Wenn ein Geschehen oder Verhalten von vorn herein wahrscheinlich gemacht wird, wird es als Determinismus bezeichnet. Ereignisse, welche nicht vorherbestimmt sind, fallen in den Bereich des Indeterminismus. Der psychologische Determinismus besagt, dass Handlungen aus Motiven erklärt werden können und gleiche Motive immer wieder zu gleichen Handlungen führen. Da der Mensch nach Lust strebt, folgt er immer dem stärksten Drang (vgl. Keil, 2007, S.43).
2. Definition
„Vollständige Vorhersagbarkeit zukünftiger Ereignisse auf der Basis der Kenntnis aller bisherigen Tatsachen über die Welt und aller Naturgesetze könnte eine epistemologische Implikation des Determinismus sein, gehört aber nicht zum Kernbereich dieser Theorie“ (Lohmar, 2005, S.13).
3. Definition
„ Die gemeinsame Grundlage der meisten psychologischen Beweise ist die Annahme des Determinismus, das heißt die Annahme, dass alle Ereignisse, gleich ob physikalischer, geistiger oder behavioraler Natur, das Ergebnis von spezifischen Kausalfaktoren sind oder von diesen bestimmt werden. Diese Kausalfaktoren sind auf das Individuum oder dessen Umgebung begrenzt“  (Zimbardo, 2008, S.26).
4. Definition
Der Determinismus in der Psychologie besagt, dass man alle psychischen Gegebenheiten auf kausale Bedingungen zurückführen kann. Jeder „Wirkung“ wird eine „Ursache“ zugeschrieben, welche in der Vergangenheit gesucht wird, da die Zukunft Gegenwärtiges nicht beeinflussen kann (vgl. Plaum, 1992, S.45).
5. Definition
Beim reziproken Determinismus sind sowohl interne als auch externe Faktoren wichtig; sie stehen in Wechselwirkung zueinander. Persönliche Faktoren, das physikalische und soziale Umfeld und das Verhalten, beeinflussen andere und diese Interaktion nennt man reziproken Determinismus (vgl. Woolfolk & Schönpflug, 2008, S.403).

Literatur
Keil, G. (2007). Willensfreiheit. Berlin: Walter de Gruyter GmbH & Co. KG.
Lohmar, A. (2005). Moralische Verantwortlichkeit ohne Willensfreiheit. Frankfurt: Vittorio Klostermann GmbH.
Plaum, E. (1992). Psychologische Einzelfallarbeit : einführendes Lehrbuch zu den Voraussetzungen einer problemorientierten Praxistätigkeit. Stuttgart: Enke.
Woolfolk, A. & Schönpflug, U. (2008). Pädagogische Psychologie 10. Auflage. München: Pearson Studium.
Zimbardo, Ph. G. & Gerring, R. J. (2008). Psychologie 18. Auflage. München: Pearson Studium.




Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017