Dualismus

Der Dualismus sieht in der Welt zwei verschiedene Prinzipien, nämlich Materie und Geist, während der Monismus nur eines der beiden Prinzipien anerkennt: entweder ist der Geist ein Produkt der Materie oder die Materie eine Einbildung des Geistes. Der Dualismus hingegen besagt, dass Körper und Geist zwei Daseinsformen sind, die miteinander unvereinbar sind und getrennt voneinander existieren. Jedoch kann der Dualismus nicht erklären, wie der von der Materie getrennt existierende Geist auf die Materie einwirken könnte. Diese philosophische Sichtweise kann letztlich das Zusammenspiel zwischen Gehirnaktivitäten und bewusster Wahrnehmung nicht schlüssig erklären. Der Dualismus verfolgt also den Gedanken, dass es in der Welt zwei Bereiche vollständig voneinander gibt, die auch nicht miteinander zu einer Einheit kombiniert werden können. Bei den meisten dualistischen Auffassungen wird allerdings nicht ausgeschlossen, dass dennoch eine Wechselwirkung stattfindet, sodass Vorgänge im Körper auch Auswirkungen auf den Geist haben können und umgekehrt.

1. Definition: Doppelgestalt bzw. Doppelgestaltung als Synonym für Zweiheit macht im Zusammenhang mit der Ausgestaltung der Bildungsmöglichkeiten in Österreich durchaus Sinn, da vor allem in Österreich dem dualen System in der Lehrlingsausbildung große Bedeutung zukommt. Zwei Institutionen verfolgen ein Ziel und ergänzen einander sozusagen.
Wie schon erwähnt ist eine der wichtigsten Formen der Ausbildung in Österreich ist die duale Lehrlingsausbildung. Das „duale System“ wurde auf Empfehlung des Deutschen Ausschusses: „Gutachten über das berufliche Ausbildungswesen“ als „System der gleichzeitigen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule“ beschrieben und auf die Gleichberechtigung von Schule und Betrieb hingewiesen (vgl. Dini M. nach Schermaier J, 1981, S 131).

2. Definition: Eine fächer- und lernortübergreifende Gestaltung der Ausbildung und damit ein Dualismus der Ausbildung findet auch innerhalb der Schule statt. Äußerungen wie „Das haben die in der Schule gesagt, das gibt bei uns nicht. Die Praxis sieht ganz anders aus.“, sprechen für Lernmethoden, wie etwa Übungsfirmen und Planspiele und somit eine Zusammenführung von Theorie und Praxis (vgl. Kremer H, 1999, S 9-12).

3. Definition: Im Wort Dualismus steckt laut Definition nach Duden auch Polarität bzw. Gegensätzlichkeit. Diese entsteht im Zusammenhang mit Unterricht und Pädagogik, wenn unterschiedliche Lebensbereiche in Einklang gebracht werden sollen. Opaschowski H. W. weist auf eine Polarisierung von Unterrichtszeit und Freizeit hin. Der Autor beruft sich bei seiner Behauptung, dass es für Schüler zweckhaft und sogar unerlässlich sei neben den täglichen Arbeiten in der Schule Erholungspausen einzulegen, auf Heinrich Alsteds Hauptwerk „Didacta magna“ (1657).

4. Definition:
Perler beruft sich auf den Philosophen René Descartes, wenn er dem Dualismus die Annahme zu Grunde legt, dass Geist und Körper verschiedene Substanzen seien. (1998, S 169) Auch Lewisch meint, dass der Mensch die Einheit von Natur und Geist und somit ein Doppelwesen sei (1865, S 23).

Quellen
Dini, M. (1992). Duale Ausbildung: Berufswahl und Berufszufriedenheit. Diplomarbeit. Linz: Institut für Pädagogik und Psychologie.
Kremer, H. (1999). Implementation fächer- und lernortübergreifender Ausbildungskonzepte im Alltag dualer Ausbildung. Konzepte und Erfahrung. (S. 9–12). H. Kremer, A. Ostendorf, P.F.E. Sloane (Hrsg.), Markt Schwaben: Eusl-Verlagsgesellschaft mbh.
Lewisch, J.C. (1865). Psychologie. G.J. Manz (Hrsg.). Regensburg.
Opaschowski, H.W. (1996). Pädagogik der freien Lebenszeit. Opladen: Leske und Budrich.
Perler, D. (1998). Rene Descartes. (S. 169) München: Verlag C.H. Beck oHG.





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