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soziale Geburt

Als soziale Geburt bezeichnet Maria Montessori jene Phase des Jugendalters, in der die Heranwachsenden Teil der Gesellschaft werden, wobei diese dritte und letzte Phase ihres Entwicklungsmodells in zwei Perioden unterteilt ist, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Diese Phase der sozialen Geburt ist insgesamt von großen Veränderungen gekennzeichnet, die zur vollständigen Reife führen, denn in diesem Alter ist die Persönlichkeit noch nicht gefestigt, sondern die Jugendlichen werden von Zweifeln, Unsicherheit und starken Gefühlen begleitet. In der ersten Phase sind vor allem die Gruppe der Gleichaltrigen und die soziale Auseinandersetzung im kleinen Rahmen wesentlich. In der zweiten Phase findet eine Eingliederung in die Gesellschaft statt, d. h., der Jugendliche beginnt sich als Teil der Gesellschaft zu verstehen und sucht Rollen und Aufgaben, die zu ihm passen.

Im Jugendalter tritt auch eine besondere Sensibilisierung für alles auf, was in Zusammenhang mit dem Leben als sozialem Wesen zusammenhängt. Zum ersten Mal wird der Jugendliche sich sowohl seiner selbst als Einzelperson als auch als Teil einer Gruppe bewusst, wobei er sich in dieser Phase auch der sozialen Unterschiede bewusst wird, und ein Bedürfnis nach Würde und respektvollem Umgang entwickelt. Montessori vergleicht diese Phase auch mit einem Krebs, der seinen alten Panzer abgeworfen hat, der neue aber noch weich und empfindlich ist. Dieser Vergleich betont auch die Schutzbedürftigkeit des Jugendlichen in dieser Zeit, die manchmal im Gegensatz zu seinem Verhalten zu stehen scheint, aber nur die Kehrseite derselben Medaille darstellt.

Siehe auch sozio-kulturelle Geburt nach Rene König.

Literatur

Montessori, Maria (1967). Grundgedanken der Montessoripädagogik. Freiburg: Herder.
Montessori, Maria (1996). Grundlagen meiner Pädagogik. Wiesbaden: Quelle & Meyer.
Pohlmann, Friedrich (2000). Die soziale Geburt des Menschen. Einführung in die Sozialpsychologie und Anthropologie der frühen Kindheit. Beltz: Weinheim.



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