absorbierender Geist

Der absorbierende Geist umfasst in der phasenhaften Entwicklungstheorie Maria Montessoris den Zeitraum von der Geburt bis zu drei Jahren, in denen ein Kind unbewusst alles in sich aufnimmt und allmählich vom Unbewussten zum Bewussten über auf einem Weg wechselt, der „voller Freude und Liebe“ ist. Das menschliche Bewusstsein erscheint dabei als eine große Errungenschaft, doch diese Errungenschaft muss ein Kind teuer bezahlen, denn sobald es das Bewusstsein erlangt, kostet jedes neue Wissen harte Arbeit und Mühe. Die ersten drei Jahre bilden dabei die wichtigste Basis für alles spätere Lernen, aber auch für die Persönlichkeit eines Menschen. Bezeichnend für diese Periode ist vor allem der „absorbierende Geist“, womit Montessori die Geistesform des kleinen Kindes bezeichnet. Es ist eine Form der Intelligenz, die sich von der erwachsenen unterscheidet und es dem Kind ermöglicht, alle für ihn notwendigen Dinge aufzunehmen, ohne sie von Grund auf zu verstehen, wie es beim Erwachsenen notwendig ist. Der Erwachsene nimmt Eindrücke auf und füllt damit gewissermaßen sein Gedächtnis, das Kind jedoch absorbiert seine Eindrücke und wird eins mit ihnen und erlebt durch dieses Absorbieren eine Veränderung (Montessori, 1967).

Siehe dazu das Konzept der Adaptation Piagets.

Literatur
Montessori, Maria (1967). Grundgedanken der Montessoripädagogik. Freiburg: Herder.





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