Anhaltenden Trauerstörung

Akute Trauer ist eine natürliche Reaktion auf den Verlust einer wichtigen Bindung, wobei bei den meisten Betroffenen diese innerhalb der ersten sechs Monate langsam nachlässt. Doch etwa fünf Prozent entwickeln eine anhaltende Trauerstörung mit erheblichen Beschwerden, wobei sich in diesem Fall eine Behandlung empfiehlt, wenn der Verlust länger als ein halbes Jahr zurückliegt und weiterhin schwere psychische Symptome den Alltag beeinträchtigen. Das Krankheitsbild einer anhaltenden Trauerstörung (Prolonged Grief Disorder – PROGRID) kann sehr unterschiedlich sein, denn manche Betroffene berichtet häufig über anhaltende Beschwerden wie intensive Sehnsucht nach der verstorbenen Person, Einsamkeit seit dem Todesfall, Schwierigkeiten, den Tod zu akzeptieren, Gedanken, die ständig um die verstorbene Person kreisen, Schuldgefühle oder Selbstvorwürfe, Vermeidung aller Erinnerungen, aller Gedanken und aller Gefühle an die verstorbene Person und deren Tod.

Die bislang angebotenen Therapieformen, die bei einer Trauerstörung angewendet werden, wirken eher unspezifisch, sodass eine Arbeitsgruppe bewährte psychotherapeutische Methoden auf die speziellen Bedürfnisse trauernder Patienten angepasst hat, wobei man zwei psychotherapeutische Behandlungen untersucht hat: eine Therapie legt den Schwerpunkt auf die Trauer selbst, die andere konzentriert sich auf die durch Trauer verursachten Schwierigkeiten im Alltag. Auf lange Sicht will man dadurch gewährleisten, dass es für alle Betroffene gute Therapiemöglichkeiten gibt. Elemente dieser Behandlungsformen sind etwa die Aufklärung über die anhaltende Trauerstörung sowie das Aufzeigen von Zusammenhängen zwischen den Symptomen einer Anhaltenden Trauerstörung und alltäglichen Problemen.

Die anhaltende Trauerstörung wird in die nächste Auflage der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) aufgenommen.

Link: http://www.trauer-therapie.de/ (17-06-09)



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