Funktionslust

1. Definition
Karl Bühler erklärt, die Funktionslust als ein spezifisches Verhältnis der Lust zur Funktion. Es handelt sich bei der Funktionslust um eine ganz spezifische Lust (vgl. Bühler, 1965, S. 157).

2. Definition
Im Lexikon der Psychologie wird die Funktionslust als Wirksamkeitsmotivation definiert (vgl. Städtler, 2003, S. 341).

3. Definition
Funktionslust bezeichnet die Lust die durch den Einsatz und der Übung von seelischer oder körperlicher Funktion resultiert. Bestimmte Spiele und Freizeitaktivitäten (z.B. Kreuzworträtsellösen) sind nur durch die Funktionslust zu erklären (vgl. Schmidbauer, 1976, S.81).

4. Definition
„Funktionslust bezeichnet das Verhalten vor allem von Kleinkindern, spielerisch und damit lustbetont oftmals wiederholt Tätigkeiten auszuführen, offensichtlich mit dem Zweck, Fähigkeiten der Sinne und der Motorik zu trainieren“ (Köck & Ott, 1997, S.243).

5. Definition
Die Funktionslust ist an keine weiterführenden Zwecke gebunden und gilt daher als eine Art selbstbelohnende Freude die durch das Ausüben der Tätigkeit entsteht. In der Ethologie sieht man die Funktionslust als Verstärkung für das Spiel an, um für den Ernstfall zu üben (vgl. Bertelsmann, 1995, S. 133).

6. Definition
Die Funktionslust bezeichnet die Absicht etwas zu tun, ohne dabei einen bestimmten Zweck nachzugehen. Die Tätigkeit wird ausgeübt, weil sie Spaß macht. Daher sind alle spielerischen Verhaltensweisen ein Produkt der Funktionslust (vgl. Dietrich & Rietz, 1996, S. 151).


[Quelle: http://www.youtube.com/HqAfqvWXYV4]

Literatur
Bühler, K. (1965). Die Krise der Psychologie. Stuttgart: Verlag Gustav Fischer.
Dietrich, R. & Rietz, I. (1996). In Peterson, J. & Reinert, G. (Hrsg.), Psychologisches Grundwissen für Schule und Beruf. Ein Wörterbuch. Reihe Schule und Unterricht. (S. 151). Donauwörth: Verlag Ludwig Auer.
Köck, P. & Ott, H. (1997). Wörterbuch für Erziehung und Unterricht. Donauwörth: Verlag Ludwig Auer.
Ohne Autor. (1995). In Lexikon-Institut Bertelsmann (Hrsg.), Lexikon der Psychologie. (S. 133). Güterslohn: Verlag Bertelsmann Lexikon.
Schmidbauer, W. (1976). Lexikon der Grundbegriffe. Hamburg: Verlag Rohwohlt Taschenbuch.
Städtler, T. (2003). Lexikon der Psychologie. Wörterbuch Handbuch Studienbuch. Stuttgart: Verlag Alfred Kröner.





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