Symbolische Selbstergänzung

Die Theorie der Symbolischen Selbstergänzung (Wicklund & Gollwitzer, 1982) geht von den Problemen aus, die durch Diskrepanzen zwischen Selbstbild und Idealbild hervorgerufen werden. Vor allem Menschen, die einen großen Unterschied zwischen dem Ideal- oder Wunschbild von sich selbst und der Realität zu überwinden versuchen, stabilisieren ihr Selbstgefühl oft mit Symbolen und Attributen, um sich als jene Menschen zu inszenieren, die sie gerne sein wollen. Wer sich als Abenteurer, Künstler, Freigeist,  Bonvivant oder Topmanager  sieht, das im wirklichen Leben aber nicht verwirklichen kann, sucht in der ihn umgebenden Kultur nach Bausteinen der Selbstdefinition, d. h., er legt sich die Attribute und Symbole zu, um sich zumindest symbolisch selbst zu vervollständigen. Bei dieser symbolischen Selbstergänzung kommt es gar nicht so sehr auf die Außendarstellung an, sondern eher auf die Selbststabilisierung. Mit den gewählten Attributen beweist man sich vor allem selbst, dass man im Herzen ein Künstler, Connaisseur oder Abenteurer geblieben ist. Besonders deutlich findet man das etwa im Bereich der Kunst, wenn sich das die Künstler umgebende Personal (Galeristen, Journalisten, Begleiter etc.) ausgefallener präsentiert als die Künstler selbst.

Literatur
Ernst, Heiko (2017). Ich will endlich ich sein. Psychologie heute, 48, 14-19.
Wicklund, Robert A.  & Gollwitzer, Peter M.  (1982). Symbolic self-completion. Hillsdale NJ: Lawrence Erlbaum.
https://de.wikipedia.org/wiki/Symbolische_Selbsterg%C3%A4nzung (12-11-21)




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