Reid-Methode

Die Reid-Methode (Reid technique) ist eine Vernehmungsmethode zur Befragung von Menschen, die einer Straftat verdächtigt werden. Diese Vernehmungsmethode wurde vom Polizeibeamten John E. Reid 1947 entwickelt, bei der man versucht, in einem mehrstufigen Verfahren die Angst vor einem Geständnis abzubauen und gleichzeitig die Angst des Beschuldigten vor den Folgen etwaigen Leugnens zu vergrößern. Die Reid-Methode zielt einzig und allein darauf ab, ein Geständnis zu erhalten.
In der ersten Phase wird in einer Art Vorbefragung ein Analyse-Interview mit dem Verdächtigen durchgeführt, wobei anhand eines standardisierten Fragenkatalogs versucht wird, auffällige körperliche und psychische Reaktionen des Verdächtigen durch harmlose und verhaltensprovozierende Fragen auszulösen, um diese anschließend mit einer anderen Ermittlungsperson auf Glaubwürdigkeit oder vermutliche Tatbeteiligung hin zu analysieren.
In der zweiten Phase wird der Verdächtige mit dem Tatvorwurf konfrontiert, notfalls mit der Behauptung, entsprechende Beweise seien vorhanden. Ein Unschuldiger reagiert dabei überrascht, ehrlich und geschockt, ein Schuldiger dagegen baut Barrikaden auf, vermeidet Augenkontakt und zeigt schwache Ableugnungen. In dieser Phase werden einem Verdächtigen etwa auch psychologische und gesellschaftliche Rechtfertigungen angeboten, die die persönliche, moralische Verwerflichkeit seiner Tat minimieren und dabei den Geschehensverlauf verharmlosen sollen.
Das Ziel einer solchen Befragung ist letztlich immer ein Geständnis und das ist deshalb höchst problematisch, denn dabei kommt es besonders bei labilen Personen häufig zu falschen Erinnerungen und somit falschen Geständnissen. Das Konstrukt einer falschen Erinnerung entsteht dabei aus der Wiederholung echter Erinnerungen mit fremden Suggestionen, d. h., die Betroffenen können später nicht mehr nachvollziehen, woher eine Information wirklich stammt, sodass mit der Zeit Inhalt und Herkunft der Information auseinanderfallen.





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