Dissonanzvorbeugung

Da Dissonanz vom Menschen als unangenehm empfunden werden, versuchen diese entweder, die dissonanten Kognitionen in Einklang zu bringen bzw. diese in eine konsonante Beziehung zu bringen, oder sie versuchen sich in einer Dissonanzvorbeugung. Damit ist gemeint, dass wenn ein Ereignis bevorsteht, das möglicherweise das stabile, positive Selbstbild bedroht, legt man sich für diesen Fall Ausreden zurecht. Bekannt sind dabei körperliche Symptome, die solchen negativen Erfahrungen oder bedrohlichen Situationen vorausgehen, etwa in Form von Prüfungsangst.Eine solche Dissonanzvorbeugung kann soweit gehen, dass das Verhalten so verändert wird, dass dieses dann als Ausrede dienen kann. Häufig wirkt eine solche Dissonanzvorbeugung als selbsterfüllende Prophezeiung, die die zu vermeiden versuchte Situation erst recht herbeiführt (Self-handicapping).

Manche Menschen sind etwa bei Konflikten so voreingenommen, so dass sie selektiv nur noch die Informationen wahrnehmen, die das negative Bild vom anderen bestätigen, sodass das Gegenüber im Konfliktfall keine Chance hat, die eigene Sichtweise zu ändern, gleichgültig, was dieser in der konkreten Situation tut oder sagt. Diese Form der Dissonanzvorbeugung besteht also darin, dass man unbewusst alles übersieht, was die vorgefasste Meinung widerlegen könnte.
Eine weitere anschauliche Form der Dissonanzvorbeugung findet sich in der Fabel vom Lamm und vom Wolf, in dem der Wolf sich selbst vor dem Lamm rechtfertigt, um seinem schlechten Gewissen vorzubeugen, d. h., ein Wolf findet leicht eine Ursache, wenn er ein Schaf fressen will.





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