Konfliktverhalten

1. Definition
„werden zwei Verhaltensweisen durch einen Reiz gleichzeitig ausgelöst, so können sie pendeln, sich auslöschen, sich gegenseitig unterdrücken oder fördern, oder das Verhalten völlig umorientieren“ (Preuss, 1967, S. 309).

2. Definition
Konfliktpotential und Konfliktverhalten sind zwei voneinander zu unterscheidende Tatbestände in interindividuellen Konfliktbeziehungen. Konfliktverhalten und Konfliktpotential sind in zweierlei Hinsicht unabhängig voneinander. Es lassen sich keine anderen als die mit dem Konfliktpotential aufgezeigten grundsätzlichen Ursachen nennen, die das Individuum zu einem Konfliktverhalten veranlassen können (vgl. Esser, 1975, S.73f).

3. Definition
„Konfliktverhalten (oder auch Konfliktmanagement, Konflikthandhabung) bezeichnet beabsichtigte oder gezeigte Reaktionen auf den erlebten/wahrgenommen Konfliktinhalt“ (Schöbi, 2004, S. 6).

4. Definition
„ Das Konfliktpotential ruft bestimmte Verhaltensweisen hervor, die als Konfliktverhalten bezeichnet werden. Konfliktverhalten kann sich innerhalb des einzelnen abspielen (verdecktes interindividuelles Konfliktverhalten) es kann sich auch offen zeigen (offenes extraindividuelles Konfliktverhalten) und im Verkehr mit anderen Personen wirksam werden (offenes interindividuelles Konfliktverhalten)“ (Heinen, 1992, S. 175).

5. Definition
„Konfliktmanagement bedeutet, dass sich die Interventionen hauptsächlich auf den Konfliktprozess richten, so dass die Konflikte einen guten Verlauf nehmen. Es wird mit einer Verbesserung der Vorstellungen, Einstellungen und Verhaltensweisen der Konfliktparteien versucht, die gegenseitige Aggressionssteigerung zu
durchbrechen. Oft liegt dem Konfliktmanagement die Auffassung zugrunde, dass Gegensätze wesentliche Elemente des sozialen Lebens sind und deshalb die Konfliktparteien lernen sollten, mit ihnen weniger destruktiv umzugehen“ (Glasl, 2002, S. 20)

Siehe dazu auch Konfliktregulation bei Handlungskonflikten

Literatur
Preuss V. (1976). Psychologisches Wörterbuch. Bern/Stuttgart/Wien: Verlag Hans Huber.
Esser M. (1975). Individuelles Konfliktverhalten in Organisationen. Sozioökonomie 11. Stuttgart/Berlin/Köln: Verlag W. Kohlhammer.
Schöbi D. (2004). Konfliktregulation im Alltag von Familien. Berlin: Verlag Tenea.
Heinen E. (1992). Betriebswirtschaftliche Führungslehre. Wiesbaden: Verlag Gabler.
Glasl, F. (2002). Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater. Bern/Stuttgart: Verlag Paul Haupt.




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