Kriteriumsvalidität

Die Kriteriumsvalidität ist ein Gütekriterium psychologischer Tests und ein spezieller Aspekt der Konstruktvalidität. Kriteriumsvalidität liegt vor, wenn die Messungen mit einer anderen konstruktvaliden Messung (dem Kriterium) hoch korrelieren. Wird die Konstruktvalidität nur über die Kriteriumsvalidität definiert, besteht die Gefahr eines Zirkelschlusses (Test A ist valide, weil er mit Test B korreliert, der mit Test C korreliert, der mit Test A korreliert); betrachtet man es aber so, dass alle Tests konstruktkonform miteinander korrelieren (nomologisches Netzwerk), dann ist dies ein stärkerer Validitätsnachweis als eine paarweise Validierung von Messungen. Ein Test soll Depression messen. Diesen Test wendet man bei Personen an, die nachweislich eine Depression haben. Dann wird geprüft, wie genau diese Testergebnisse mit anderweitig ermittelten Bewertungen übereinstimmen (z.B. mit der Einschätzung durch Psychotherapeuten).
Üblicherweise werden vier Formen der Kriteriumsvalidität unterschieden:

  • Konvergente Validität meint, dass bei mehreren alternativen Kriterien, von denen aber nur einige eine hohe Konstruktvalidität haben, die Messung hoch mit den Kriterien hoher Validität korreliert.
  • Diskriminante Validität meint, dass bei mehreren alternativen Kriterien, von denen nur bestimmte eine hohe Konstruktvalidität haben, die Messung niedrig mit den Kriterien niedriger Validität korreliert und hoch mit denen hoher Validität.
  • Konkurrente Validität meint, dass Messung und Kriterium gleichzeitig erhoben werden.
  • Vorhersage-, Prognostische, Prädiktive Validität meint, dass das Kriterium nach der Messung erhoben wird, d.h. die Messung soll das Kriterium vorhersagen. Wenn ein Flugschüler im Flugsimulator sicher ein Flugzeug beherrscht, wird er dies in vielen Fällen dann auch in der Realität können.

„Ein Test weist Kriteriumsvalidität auf, wenn vom Verhalten der Testperson innerhalb der Testsituation erfolgreich auf ein „Kriterium“, nämlich auf ein Verhalten außerhalb der Testsituation, geschlossen werden kann. Die Enge dieser Beziehung ist das Ausmaß an Kriteriumsvalidität (Korrelationsschluss) (Moosbrugger et. al, 2008, S. 18).
„Kriteriumsvalidität” bezieht sich auf den Zusammenhang zwischen den empirisch gemessenen Ergebnissen des Messinstrumentes und einem anders gemessenen empirischen […] Kriterium“ (Schnell et. al., 200, S. 155).
„Die Kriteriumsvalidität gibt an, inwieweit die zu validierende Messung eines Konstrukts mit der Messung eines externen Kriteriums, dem so genannten Außenkriterium, von dem bekannt ist, dass es das Konstrukt valide erfasst bzw. dass es in einem validen kausalen Zusammenhang mit dem Konstrukt steht, übereinstimmt.“ (Balderjahn, 2003, S. 131).

Literatur
Balderjahn, I. (2003). Nachhaltiges Marketing-Management: Möglichkeiten einer umwelt- und sozialverträglichen Unternehmenspolitik. Stuttgart: Lucius & Lucius.
Moosbrugger, H., Kelava, A. (2008). Testtheorie und Fragebogenkonstruktion. Heidelberg: Springer Medizin.
Schnell, R., Hill, P., Esser, E. (2008). Methoden der empirischen Sozialforschung. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH.
Stangl, Werner (2002). Gütekriterien empirischer Forschung.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/FORSCHUNGSMETHODEN/Guetekriterien.shtml (08-12-21))





Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017