Tarnkappen-Illusion

Als TarnkappenIllusion bezeichnet man das Phänomen, dass Menschen sich unbeobachtet fühlen, obwohl sie dennoch von anderen beobachtet werden. Bekanntlich ist es unangemessen, andere Menschen im Kaffeehaus, in der U-Bahn oder an einem anderen öffentlichen Ort direkt, bewusst und interessiert zu beobachten. Menschen sind offenbar geübt darin, die eigenen Blicke zu kaschieren und zu verbergen, wenn sie andere in ihrer Umgebung beobachten. Dennoch glauben die meisten Menschen, sie selbst beobachten Menschen in ihrer Umgebung intensiver, als andere das tun, weil die meisten davon überzeugt sind, dass sie selbst bei anderen kein Interesse hervorrufen und sich daher weitgehend unbeobachtet fühlen.  In zahlreichen Experimenten zeigte sich, dass jeder mit Interesse andere Anwesende mustert und zugleich systematisch unterschätzt, wie sehr er selbst beobachtet wird. Das gilt sogar dann, wenn sich zwei Personen alleine gegenübersitzen. Allgemein betrachtet handelt es sich um die auch in anderen Zusammenhängen beobachtete Diskrepanz von Selbst- und Fremdeinschätzung, denn so fühlen sich etwa die meisten Menschen von anderen tendenziell weniger verstanden als sie glauben, andere Menschen zu verstehen. Wenn sich deren Blicke aber dann doch zufällig treffen, dann begründet diese das mit Zufall.

Literatur

Boothby, E. J., Clark, M. S., & Bargh, J. A. (2016). The Invisibility Cloak Illusion: People (Incorrectly) Believe They Observe Others More Than Others Observe Them. Journal of Personality and Social Psychology. Advance online publication. http://dx.doi.org/10.1037/pspi0000082.



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