Traumatherapie

Zentrale Merkmale der Traumatherapie sind die Vermittlung von Sicherheit und  Kontrolle sowie der Aufbau einer therapeutischen Beziehung, die auf Vertrauen basiert. Nach Butollo (2016) und Fischer & Riedesser (2009) sollten dabei frühere Stärken und Fähigkeiten wahrgenommen und anerkannt werden, einst tragfähige Bindungen in Erinnerung gerufen und bekräftigt werden, konkret vorhandene Kompetenzen und Leistungen beachtet, anerkannt und ausgebaut werden, verfügbare Bindungen einschließlich der therapeutischen in ihrer stabilisierenden Bedeutung erkannt und gefördert werden, sowie übergeneralisierte Bedeutungszuschreibungen der traumatischen Erfahrungen relativiert und Entwicklungschancen bewusst gemacht und ausgearbeitet werden.
Daneben müssen Hindernisse, die der Erholung und Traumaverarbeitung entgegenstehen, abgebaut und die Ereignisse und Erfahrungen in die bisherige Lebensgeschichte und in den Lebensentwurf integriert werden. Für die Betroffenen ist es dabei wichtig, dass sie sich in Sicherheit fühlen, wissen, dass die eigenen Grenzen respektiert werden und dass sie abbrechen und gehen können, wenn sie das wollen.
Erst nach der Stabilisierungsphase und der erfolgten Symptomreduktion, also wenn die oder der Betroffene in der Therapie über ihr bzw. sein Trauma sprechen kann, ohne gleich von Emotionen übermannt zu werden, kann man zur Traumasynthese übergehen. In diesem Schritt werden dann die traumatischen Erlebnisse neu bewertet bzw. eingeordnet, die meist fragmentierten Erinnerungen sortiert und Möglichkeiten zur Vermeidung erarbeitet. Abschließend erfolgt eine Integration der neu gebildeten Erfahrungen in das eigene Leben, vorhandene Ressourcen werden reaktiviert und die Betroffenen im günstigsten Falle wieder vollständig in ihr soziales Umfeld integriert.

Literatur
Butollo, W., Karl, R. (2016). Dialogische Traumatherapie. Manual zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung. Klett-Cotta.
Fischer, G. & Riedesser, P. (2009). Lehrbuch der Psychotraumatologie. München: Reinhardt.




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