dissoziative Fugue

Unter dissoziativer Fugue versteht man in der klinischen Psychologie das plötzliche, unerwartete und meist ziellose Weglaufen eines Menschen aus seiner vertrauten Umgebung ohne objektiv feststellbaren Grund. Für die Zeit des Weglaufens und danach kann eine dissoziative, teils reversible Amnesie auftreten. Die plötzliche Flucht entsteht dabei nicht aus Neugier oder Abenteuerlust, sondern ist vom Willen des Betroffenen unabhängig.

Viele Betroffene verspüren während des Weglaufens große Angst und Heimweh. Die Fluchtzustände dauern in der Regel wenige Stunden bis Tage und klingen danach spontan ab, wobei in Einzelfällen monatelange Absenzen beobachtet werden.

Während einer dissoziativen Fugue präsentiert sich der Betroffene in der Regel unauffällig und auch seine sozialen Kompetenzen bleiben unberührt. Zentrales Merkmal ist allein die retrograde Amnesie und das verminderte Persönlichkeitsbewusstsein, wobei es in seltenen Fällen während einer dissoziativen Fugue zur Annahme einer neuen Identität kommt. Diese Identität wählt dann häufig einen völlig diametralen Lebensstil, indem Betroffene einen anderen Namen oder Beruf annehmen.

Häufig werden rezidivierende Verläufe beobachtet, d.h., diese Fugue wird in ähnlicher Form wiederholt. Menschen mit dissoziativer Fugue sehen sich manchmal mit extrem unangenehmen Situationen konfrontiert, sodass auch die Erinnerungen an solche stressbehafteten Situationen unterdrückt werden.

Quelle

http://flexikon.doccheck.com/ (15-03-21)





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