Schmerzkontrollsystem

Der menschliche Organismus verfügt über ein endogenes Schmerzkontrollsystem, wobei durch absteigende (vom Großhirn zum Rückenmark) nozizeptive Bahnen die Weiterleitung von Reizen moduliert werden kann (gate-control). Wenn Menschen Schmerzen empfinden, sind stets auch jene Regionen des Gehirns beteiligt, die für Emotionen zuständig sind. Schmerz ist demnach immer mehr als nur ein elektrischer Impuls, der im Körper ankommt.

Im Gehirn sind Schmerz und seelische Prozesse eng miteinander verbunden, denn geht es der Psyche gut, wird die Schmerzkontrolle aktiviert, geht es dem Menschen schlecht, wird die Schmerzkontrolle deaktiviert. Das ist etwa auch bei Trauer der Fall, denn in solchen Situationen wird die Schmerzkontrolle weitgehend abgeschaltet und schmerzhafte Reize werden intensiver wahrgenommen. Vor allem chronische Schmerzen beeinflussen intensiv das gesamte Leben der Menschen und damit auch deren seelische Prozesse, denn dann steht der Schmerz im Zentrum und die ganze Wahrnehmung fokussiert auf dieses Gefühl. Letztlich ist es stets die Psyche, die entscheidet, wie Schmerz wahrgenommen und erlebt wird.

Das Schmerzkontrollsystem kann in Stresssituationen schlagartig aktiviert werden, was man etwa bei Menschen beobachten kann, die bei einem Unfall schwere Verletzungen erlitten haben und akut keine Schmerzen fühlen. Offensichtlich wird durch das Schmerzkontrollsystem für den Organismus die Möglichkeit geschaffen, mit der Situation kontrolliert umzugehen.




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