Smartphone-Daumen-Effekt

Das menschliche Gehirn ist plastisch, d. h., lernt und übt jemand eine neue Fähigkeit, verändert sich dessen Gehirn. Bestimmte Areale der Großhirnrinde verarbeiten Wahrnehmungen des Tastsinns, wobei Studien gezeigt haben, dass einige Areale wachsen, wenn das betreffende Körperteil besonders häufig und stark beansprucht wird, etwa bei Geigenspielern jenes Areal, das die instrumentführenden Finger steuert.
Bei Smartphone-Nutzern, die täglich auf dem Touchscreen tippen und wischen ist das Areal des somatosensorischen Cortex, das für den Daumen zuständig ist, größer als bei den Nutzern von Handys ohne Touchscreen, wobei sich dieser Effekt mit zunehmender Häufigkeit der Smartphone-Nutzung verstärkt. Seit der Einführung des Smartphones hat sich die Repräsentation des Daumens im Gehirn im somatosensorischen Cortex besonders von Kindern und Jugendlichen fast verdoppelt, denn immer dann, wenn etwas gelernt wird, wird das auch strukturell im Gehirn verankert.
Gleichzeitig gilt aber auch, dass  das Gehirn bei geringer Nutzung spezifischer motorischer Fähigkeiten, die entsprechende Kapazitäten auch wieder abbaut.




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