Unbewusste

Das Unbewusste ist nach Sigmund Freud ein Gehirnspeicher für meist inakzeptable Gedanken, Wünsche, Gefühle und Erinnerungen. In der heutigen Psychologie steht der Begriff eher für eine Form der Informationsverarbeitung, derer wir uns nicht bewusst sind.

1.    Definition
„Das Unbewusste bezieht nicht nur verdrängte Inhalte mit ein, sondern auch alles dasjenige psychische Material, das den Schwellenwert des Bewusstseins nicht erreicht.“ (Jung, 1964, S. 195)

2.    Definition
Das Unbewusste hat zwei Bedeutungen: 1. Als Adjektiv bezieht es sich auf „leblos“ und 2. Als adverbieller Bestimmung eines Ausdrucks, der eine Tätigkeit oder Verhaltensweise bezeichnet „ohne bewusste Absicht“. (vgl. Macintyre, 1968, S.72)

3.    Definition
Das Unbewusste gibt jedem Wesen das, was es zur Erhaltung braucht, wozu sein bewusstes Denken nicht ausreicht. Z.B. es gibt dem Menschen den Instinkt zum Verständnis der Sinneswahrnehmung. (vgl. Hartmann, 1869, S. 311)

4.    Definition
„Alle psychischen Funktionen, die wir kennen, können ablaufen, ohne dass wir ein bewusstes Wissen davon haben. In diesem Sinne gibt es unbewußte psychische Vorgänge.“ (Bleuler, 1916 S.27)

5.    Definition
„[…] das Verdrängte wirkt im Unbewussten unsichtbar weiter und führt so zu unerwünschtem Verhalten, zwischenmenschlichen Beziehungsstörungen und psychischem Leiden. Erst durch eine Bewusstmachung des Verdrängten vermag der Mensch sich von der Macht seines Unbewussten zu befreien.“ (Lang, 2008, S. 2)

Interessantes zum Unbewussten
Der Film „Eternal Sunshine Of The Spotless Mind“ aus dem Jahr 2004 handelt von einem Paar, das unglücklich verliebt ist, aber beide wollen sich trennen. Unabhängig voneinander wenden sie sich an die Firma Lacuna, die ihnen anbietet, unerwünschte Erinnerungen innerhalb einer Nacht aus dem Gedächtnis zu löschen. Beide entscheiden sich, die Erinnerungen an den anderen löschen zu lassen, doch es treten Probleme auf. Joel, gespielt von Jim Carrey, merkt während des Löschvorgangs, dass er die Erinnerungen an Clementine – gespielt von Kate Winslet – nicht verlieren will, wobei er sich schlafend auf imaginärer Ebene mit Clementine zusammen immer tiefer in sein eigenes Unbewusste flüchtet. Während Joel  immer tiefer in sein unbewusstes Gedächtnis flüchtet, folgt er der psychoanalytischen Methode und will Clementine nicht dem Löschvorgang überlassen.

Literatur:
C.G. Jung (1964). Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten,
Carl Robert Eduard von Hartmann (1869). Philosophie des Unbewussten, Carl Duncker’s Verlag
(http://books.google.at/books?id=KiYCAAAAQAAJ&pg=PA311&dq=
Bewusstes+und+Unbewusstes&hl=de&ei=cVnRTLTIEpWy4Aayi5jiDA&sa=
X&oi=book_result&ct=book-thumbnail&resnum=6&ved=0CEUQ6wEwBQ#
v=onepage&q=Bewusstes%20und%20Unbewusstes&f=false)
Eugen und Manfred Bleuler (1916). Lehrbuch der Psychologie, Sprenger Verlag.
Sigrid Lang (2008). Das Überich bei Sigmund Freud, GRIN Verlag.





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