body-feedback

Body-feedback bezeichnet die Rückmeldungen aus dem Körper an das Gehirn, die die Informationsverarbeitung und Stimmung beeinflussen können. Man unterscheidet beim Body-feedback zwei Arten: das facial feedback, die Rückmeldung der mimischen Muskulatur, und das postural feedback, die Rückmeldung der Körperhaltung.

Das Gehirn speichert die eingehenden Rückmeldungen aus dem Körper in verschiedenen Arealen ab und bearbeitet und beantwortet sie, wobei das limbische System dafür verantwortlich ist, diese Informationen zu bewerten, entsprechende Gefühle zu wecken sowie gemeinsam mit den anderen Arealen vegetative, hormonelle und motorische Reaktionen auszulösen. Geht eine Rückmeldung immer wieder ein und wird auf die gleiche Weise bearbeitet, entstehen Bahnugen zwischen diesen Arealen, d. h., das Gehirn lernt und bildet Netzwerke. So weren mit der Zeit die sensorischen Erregungsmuster aus dem Körper mit kognitiven, emotionalen und motorischen Erregungsmustern gekoppelt. Je öfter nun die neuronalen Netzwerke aktiviert werden, umso ausgeprägter sind sie, sodass dann nur ein Teil des neuronalen Netzwerks, etwa die Rückmeldung über die Körperhaltung, intensiv genug sein muss und schon wird das gesamte Netzwerk mit den zugehörigen Gefühlen und Denkstilen aktiviert. Hat ein Mensch im Laufe seiner Entwicklung, seiner Erziehung und seiner Erfahrungen im sozialen Umfeld immer wieder festgestellt, dass es besser ist, grundsätzlich selbst die Kontrolle über alles zu behalten, ergibt sich ein neuronales Netzwerk aus dazugehörigen Gefühlen sowie Denkmustern und der entsprechend kontrollierten Körperhaltung.

Riskind & Gotay (1982) baten eine Gruppe von Studenten, Denkaufgaben zu lösen. Die Probanden glaubten, dass sie an einem Test zum räumlichen Denken teilnähmen. In der Pause stellten sie sich spontan für einen anderen Test zur Verfügung, bei dem man zum Schein den Zusammenhang von Hautleitfähigkeit und Muskelaktivität maß. Dafür verharrten die mit Elektroden verkabelten Probanden acht Minuten lang in verschiedenen Stellungen, eine Gruppe gekrümmt, die andere aufrecht. Anschließend ging es weiter mit der eigentlichen Studie zum räumlichen Denken. Die Probanden, die zuvor acht Minuten lang aufrecht gesessen hatten, nahmen im Schnitt 17,11 Puzzleteile vom Stapel, bis sie frustriert aufgaben und zum nächsten Puzzle übergingen, die andere Gruppe hingegen wechselte den Stapel bereits nach 10,78 Teilchen, d. h.,  jene Probanden, die in aufrechter Haltung gesessen hatten, schnitten fast doppelt so gut ab wie die Gebückten und arbeiteten auch länger motiviert an ihren Aufgaben. Aufrechtes Sitzen kann daher nicht nur die Beharrlichkeit erhöhen, sondern auch bis zu einem gewissen Grad die Leistungsfähigkeit steigern,  d. h., die Körperhaltung beeinflusst nicht nur das Durchhaltevermögen sondern auch die Kreativität bei der Lösungssuche.

Man muss sich daher bewusst sein, dass die Körperhaltung auf die Stimmung und geistige Leistungsfähigkeit einen Einfluss hat. Vor allem zeigt sich die eigene negative Stimmung auch in der Körperhaltung, daher ist es wichtig, an seinem Body-Feedback zu arbeiten. So kann man sich hüftbreit hinstellen, den Oberkörper stabilisieren, den Kopf aufrecht halten als wenn ob man eine Krone trüge, die nicht herunterfallen darf. Dann streckt man ein bis zwei Minuten die Arme nach oben, wobei man seinem Gehirn Selbstbewusstsein vermittelt, was auch innerlich stark macht. Eher ungewöhnlich ist der Tipp, bei schlechter Laune oder schlechten Gefühlen seine Zahnbürste oder einen Kaffeelöffel ein bis zwei Minuten zwischen die Zähne quer in den Mund zu stecken. Durch diese Bewegung ziehen sich die Muskeln des Gesichtes nach oben, vor allem die Mundwinkelheber, wobei dem Gehirn dabei vorgegaukelt wird, dass es einem selber gut geht.

Siehe auch Embodiment.

Literatur

Riskind, John H. & Gotay, Carolyn C. (1982). Physical posture: Could it have regulatory or feedback effects on motivation and emotion? Motivation and Emotion, 6, 273-298.
Storch, M. (2010): Die Macht des Körpers. Psychologie Heute Compact, 26, S. 59−63.
Storch, M., Cantieni, B., Hüther, G. & Tschacher, W. (2010): Embodiment. Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen. Bern: Huber.




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