Strabismus
bezeichnet das krankhafte Schielen, wobei Strabismus erblich ist. Meist wächst sich der Strabismus mit dem Größerwerden von allein aus, doch ist er nach wenigen Lebensjahren immer noch vorhanden, sollte er behandelt werden, denn sonst wird das Auge, das am wenigsten geradeaus schauen kann, über die Jahre hin vom Gehirn weitgehend abgeschaltet, da es die Signale von beiden nicht in einen Fokus gebündelt bekommt. Dafür verwendet man Brillen, die das schielende Auge trainieren, bzw. in hartnäckigen Fällen wird auch das gesunde Auge einfach abgedeckt, damit das andere Auge allein lernt, geradeaus zu schauen. Wenn hingegen beide Augen nach innen gewandert sind und nahezu symmetrisch, doppelseitig schielen, kann sich das Gehirn nicht entscheiden, welches es stilllegen soll, und lässt zur Sicherheit beide so weit es geht normal weiterarbeiten.
Leichtes Schielen löst psychologisch betrachtet bei Menschen den Reflexe des Kindchenschemas aus, denn die Evolution hat für den Nachwuchs, solange er noch hilflos ist, den besonderen Schutzstatus, ihn schon instinktiv zu mögen, weil er ansonsten keine Chance zum Überleben hätte, eingerichtet. Diese Zuneigung lösen bestimmte Körpermerkmale aus, die besonders Kindern zu eigen sind, etwa ein überproportional großer Kopf, unterproportional kleine Ohren und eben auch das Schielen: beide Pupillen möglichst nah an der Nase und die Augen dabei weit geöffnet. Da es besonders unter Kindern weit verbreitet – etwa fünf Prozent aller Kleinkinder schielen sogar sehr deutlich – kommt der Eindruck einer gewissen Hilflosigkeit hinzu.

