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Selbstbewusstsein

Selbstbewusstsein ist ein Begriff, der in mehreren Disziplinen verwendet wird, und wurde zuerst in der Philosophie definiert, spielt aber auch in der Soziologie, Psychologie oder Geschichtswissenschaft eine bedeutende Rolle. Der Begriff Selbstbewusstsein hat dabei zahlreiche Bedeutungsebenen. Selbstbewusstsein ist im Wesentlichen das Erlebnis der Eigenheit und Einheit der eigenen Person, das Bewusstsein des eigenen Daseins im Gegensatz zur Außenwelt, zur Welt der Erkenntnis- und Erfahrungsobjekte. In der Psychologie wird der Begriff Selbstbewusstsein vor allem als Selbstwertgefühl verstanden, d. h., als Bewusstsein von Bedeutung und Wert der eigenen Persönlichkeit, wobei vordringlich eine emotionale Einschätzung des eigenen Wertes impliziert wird. Das Selbstbewusstsein wird manchmal auch als ein wesentlicher Aspekt betrachtet, der den Menschen vom Tier unterscheidet.

Selbstbewusstsein bei Computern?

Da die Komplexität von technischen Systemen zunimmt, stoßen traditionelle Computersysteme mit vordefinierter Funktionalität rasch an ihre Grenzen, sodass man innovative Computersysteme zu entwickeln versucht, die permanent ihren Zustand erfassen und autonome Entscheidungen treffen können, um sich unvorhergesehen Änderungen anpassen zu können. Das aus der Psychologie und Kognitionswissenschaft abgeleitete Konzept des Erlernens von Modellen für den eigenen Zustand des Computers sowie seiner Umgebung könnte daher die Analyse und den Entwurf von Computersystemen erweitern und sollte eine Adaptierung sowohl der Applikation (Software) als auch der zugrundeliegenden Plattform (Hardware) zur Laufzeit ermöglichen. Folgende Themenbereiche stehen dabei im Fokus: Erstens, welche Informationen zur Ausprägung des Selbstbewusstsein ausgenutzt werden; zweitens, welcher Grad der Adaptierung realisiert wird; und drittens, ob die Adaptierung in einem einzelnen Computer oder in einem Netzwerk erfolgt. Dazu braucht es verschiedene Techniken und Algorithmen, wobei online Lernverfahren eine Schlüsselkomponente dieser neuartigen Computersysteme darstellen, mit denen Modelle über den eigenen Zustand sowie der Umgebung erstellt und aktuell gehalten werden. So wurde ein Kameranetzwerk mit dieser neuen Methode entwickelt, bei dem die Kameras ein gemeinsames Ziel verfolgen, jedoch – abhängig von der Ausprägung des Selbstbewusstseins – autonom entscheiden, wie sie zum Ziel beitragen.  So kann ein maschinelles Selbstbewusstsein zu ressourcen-effizienteren Lösungen führen. Ein weiterer Vorteil liegt im autonomen Lernen der Netzwerktopologie, sodass sich das Kameranetzwerk selbstständig konfigurieren kann.


Kurioses: Die Bloggerin Katja Gajek verglich in einem kleinen Experiment die Umkleidekabinen verschiedener Modehäuser und kommt zu dem Fazit: „Diese Umkleidekabinen zerstören dein Selbstbewusstsein„. Sie machte dabei Aufnahmen von sich über den Spiegel in diesen Kabinen, wobei vor allem die Beleuchtung dafür ausschlaggebend ist, welche Figur man dabei macht. Sie kommt zu folgendem Schluss: „Ich sehe gar nicht so schlimm aus, wie ich mich manchmal beim Shoppen fühle. Beleuchtung, die nur von der Decke kommt, ist der Teufel. Bitte, schafft sie ab. Niemand möchte seine körperlichen Makel durch ungünstige Schatten extrahiert präsentiert bekommen. Gutes Licht muss von vorne kommen. Das sollte einfach in jeder verdammten Umkleidekabine so sein. Das zeigen allein alle beleuchteten Schminkspiegel, die es auf dem Markt gibt. Teure Modeketten haben nicht automatisch die besten Kabinen.“ Und weiter: „Ich fand es jedenfalls ganz schön krass, wie gegensätzlich ich mich selbst in den einzelnen Umkleidekabinen teilweise wahrgenommen habe. Wenn man regelmäßig shoppen geht, sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Stores natürlich keine neue Erkenntnis, aber 11 Kabinen innerhalb von 3 Stunden im Direktvergleich aufzusuchen, hat die Gegensätze noch deutlicher gemacht. In manchen Stores habe ich mich sogar persönlich angegriffen gefühlt. So als würde mir jemand lachend den Spiegel hinhalten, mit dem starken Wunsch, Komplexe in mir auszulösen. Und dann gab es zum Glück aber auch wieder Läden, in denen mein Selbstbild dank des guten Lichts wieder gerade gerückt wurde. Wenn du also bei deinem nächsten Shopping-Trip plötzlich von deinem Spiegelbild geschockt bist, die Selbstzweifel an dir nagen und du dich total unwohl fühlst, halte durch und mach dir bewusst: In der Realität bist du viel schöner.“ (Hervorhebungen von mir; W. S.)
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen 😉


Literatur

Lewis, P.R., Platzner, M., Rinner, B., Torresen, J. & Yao, X. (Eds.) (2016). Self-aware Computing Systems: An Engineering Approach. Heidelberg: Springer.
https://www.desired.de/fashion/diese-umkleidekabinen-zerstoeren-dein-selbstbewusstsein/ (18-10-19)



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