dominante Koalition

John Child bezeichnete 1972 innerhalb seiner Organisationstheorie der strategischen Wahl die dominante Koalition als jene Gruppe der Entscheider, die als mächtige Akteure offen, manchmal aber auch verdeckt, die Geschicke einer Organisation letztlich lenken, wobei häufig auch Eigeninteressen im Spiel sind. Vor allem in größeren Organisationen findet man eine dominante Koalition in so ziemlich allen Untergruppen, denn überall dort, wo mehrere Menschen zusammenkommen, gibt es welche, die es schaffen, Macht und Einfluss zu akkumulieren. Dies gelingt ihnen etwa auf Grund bestehender Hierarchien, durch ein Mehr an Einfluss, Wissen oder anderer Ressourcen, meist aber auch bloß durch politisch geschicktes Agieren. Solche Koalitionen bestimmen in ihrem jeweiligen Einflussbereich offen oder verdeckt, was gut und richtig ist, welche Ansicht korrekt oder inkorrekt ist, welcher Weg eingeschlagen werden muss und was vermieden werden sollte. In einer solchen Struktur muss man als Mitglied darauf bedacht sein, das Richtige zu sagen und sogar das Richtige zu denken, denn Abweichungen werden durch Liebesentzug, die Wegnahme von Ressourcen oder im schlimmsten Fall durch das Karriereende bestraft.

Literatur

Child, J. (1972). Organizational structure, environment and performance: The role of strategic choice. Sociology, 6, 1-22.




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