Mysophobie

Mysophobie – auch Misophobie – bezeichnet die Angst von Menschen, mit Keimen oder Schmutz in Berührung zu kommen. Bei einer Mysophobie handelt es sich demnach um die Angst vor einer möglichen Ansteckung, die in der Regel eine übertriebene Furcht vor Bakterien und Viren zur Folge hat und sich meist in übersteigerten Hygiene- und Waschritualen äußert.  Im Alltag der Betroffenen dominieren oft ritualisierte Wasch, -Reinigungsabläufe und Präventionsmaßnahmen, und um den Kontakt zu vermeiden, werden Tür und Gegenstände nur mit Handschuhen oder Tüchern angefasst oder vorher desinfiziert. Manchmal wird die Angst vor Ansteckung eines Mysophobikers so groß, dass auch Körperkontakt und letztlich Beziehungen gemieden werden. Die notwendigen Reinigungen zu unterlassen, führt zu Angst und Stress, der sich dann in körperlichen Symptomen wie Herzrassen, Schweißausbruch, Kurzatmigkeit oder Schwindelgefühl äußert. Man vermutet, dass Kindheitserfahrungen aus einem sauberkeitsdominierten Elternhaus die Entstehung der Erkrankung fördern können, wobei von einer Mysophobie sowohl Erwachsene als auch Kinder betroffen sein können.

Nach amerikanischen Untersuchungen (Faulkner et al., 2004) soll es übrigens einen Zusammenhang zwischen der Phobie vor Krankheitserregern und der Ablehnung von Fremden geben, denn es zeigten sich in mehreren Experimenten, dass Menschen Fremde umso mehr ablehnen, je stärker sie der Zwangsvorstellung unterliegen, stets der Infektion mit Keimen ausgesetzt zu sein, wobei dabei die Ablehnung von Afrikanern besonders stark ausgeprägt ist.

Literatur

Faulkner, J., Schaller, M., Park,  J. H. & Duncan, L. A.  (2004). Evolved Disease-Avoidance Mechanisms and Contemporary  Xenophobic Attitudes. Group Processes & Intergroup Relations, 7, 333-353.
http://psychologie-news.stangl.eu/1597/phobien-wovor-man-sich-fuerchten-kann (2006-11-21)





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