Hippocampus

Der Hippocampus ist eine Struktur in Form eines Seepferdchens tief innen im Temporallappen des Gehirns und gehört zum limbischen System und ist am Speichern und am Abrufen von Erinnerungen beteiligt. Der Hippocampus wird auch als Tor zum Gedächtnis bezeichnet und bildet als einziger Ort im Gehirn im Laufe des Lebens neue Nervenzellen. Wie viele es sind und ob sie dauerhaft bestehen bleiben, hängt nach Vermutungen unter anderem auch von körperlicher und geistiger Aktivität ab.  Im Schlaf erfolgt ein Informationstransfer zwischen dem Hippocampus und dem Cortex, aber ob im Hippocampus überhaupt etwas gespeichert wird, ist nach wie vor unbewiesen.

Man weiß übrigens erst seit den 1950er-Jahren das vorigen Jahrhunderts, dass der Hippocampus zentral für das Speichern neuer Inhalte ist. Damals hatte die britische Psychologin Brenda Milner den Fall des Patienten “HM” beschrieben, der mit zwanzig Jahren wegen epileptischer Anfälle der Hippocampus operativ entfernt wurde, wodurch dieser die Fähigkeit verlor, neue Gedächtnisinhalte zu speichern, d.h., er konnte kein neues Gedicht lernen, keine neuen Wörter speichern. Auch die Krankenschwestern erkannte er schon Minuten nach dem letzten Gespräch nicht wieder, doch die Erinnerungen seiner Kindheit waren mehr oder weniger unbeschadet vorhanden.

Quelle:
Dirigenten synchronisieren das Orchester im Hirn. Interview mit Hannah Moyner. Der Standard vom 10. April 2012.

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