Universalgrammatik

Dass Sprache zumindest zum Teil genetisch determiniert sein muss, ist unumstritten, ob man nun wie Noam Chomsky an eine Universalgrammatik glaubt oder nicht. Chomsky trat als Gegner der behavioristischen Theorie des Spracherwerbs auf, die annimmt, dass die Aneignung von Sprache ausschließlich über einen Lernprozess erfolgt. Im Gegensatz hierzu zeigte seine Theorie, dass man eine Sprache vermittels der Entfaltung angeborener Fähigkeiten erlernt. Dazu führte Chomsky den Begriff der Universalgrammatik ein, die auf der Annahme beruht, dass allen Sprachen eine Universalgrammatik gemein sei, über die jeder Mensch verfügt, da sie angeboren ist. Seine Grundannahme einer Universalgrammatik besteht also darin, dass Kinder mit einem grammatischen Wissen geboren werden, das durch Sprachäußerungen der sozialen Umgebung danach verifiziert oder falsifiziert wird, selbst dann, wenn diese Äußerungen linguistisch nicht ganz perfekt oder sogar fehlerhaft sind. Denn jede Spontansprache, die ein Kind hört, ist bei allen Sprecherinnen und Sprechern immer fragmentarisch und sprachlich unvollkommen, und zwar sowohl quantitativ als auch qualitativ. Auf der Grammatikebene ist sie etwa geprägt von Satzabbrüchen, Satzverschränkungen oder Fehlern bei der Wortbildung und Wortbeugung, zusätzlich repräsentiert sie bei weitem nicht die ganze Bandbreite grammatischer Möglichkeiten einer Sprache. Dennoch hat diese Unvollkommenheit der Praxis nach Chomsky keinen Einfluss auf die Entwicklung der Syntax, vielmehr entwickele sich die Sprache bei allen Kindern in einer bestimmten Reihenfolge.




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