Chronifizierung

Unter Chronifizierung versteht man den Übergang von einer vorübergehenden zu einer dauerhaften Präsenz einer Erkrankung oder eines Symptoms, insbesondere von Schmerzen. Störherde oder Störfelder sind dabei irritable Körperzonen, von denen eine permanente Reizwirkung auf das zentrale Nervensystem ausgeht, was zur Folge hat, dass es zu einer Kommunikationsstörung  zwischen den zentralnervösen und autonomen Zentren (Gehirn, Rückenmark, vegetatives Nervensystem) kommt. Das führt zu einer Funktionseinbuße der peripheren Reflexsteuerung , die etwa wichtig ist für Hauttemperatur und Kreislaufregulierung. Wenn nun ein Schmerz länger als drei bis sechs Monate andauert, besteht die Gefahr, dass das Leiden chronisch wird, d. h., dass der Körper dann nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu helfen, und eine Heilung aus eigener Kraft herbeizuführen. Chronifizierung tritt meist schleichend auf, was man daran erkennen kann, dass sich die Beschwerden nicht mehr wesentlich verändern und kaum noch auf Therapiemaßnahmen ansprechen. Der Körper versucht sich auf solche Weise damit zu arrangieren und man lernt mit dem Problem zu leben, damit die Gesamtfunktion nicht allzusehr gestört wird. Zwar ist das grundsätzlich eine sinnvolle Maßnahme des Körpers, dennoch sollte eine Chronifizierung der Schmerzen vermieden werden, da bei anhaltender Passivität oder erfolglosen Bemühungen Therapieresistenz entstehen kann. Dann ist mit konventionell-medizinischen Mitteln nur noch eine Linderung der Beschwerden zu erreichen, aber kein generelles Verschwinden des Schmerzes.

Bei der Chronifizierung von Schmerzen ist die ursprüngliche Warnfunktion verloren gegangen und diese werden zu einer eigenständigen Krankheit. Da solche Schmerzen im weitesten Sinne gelernt wurden, kann man dieses Schmerzgedächtnis wieder löschen. Auch zahlreiche Entspannungs- und Bewegungstrainings, sowie psychotherapeutische Maßnahmen können helfen, die erlernten Verhaltens- und Bewegungsmuster zu durchbrechen.





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