Mentoring

Im Allgemeinen wird unter einem Mentor bzw. einer Mentorin eine vertraute, erfahrene Person verstanden, die ihre Erfahrung und ihr Wissen an einen Mentee oder Protegé, etwa eine BerufseinsteigerIn, weitergibt. Die Aufgabe eines Mentors bzw. einer Mentorin besteht in der Anwendung unterschiedlicher Methoden der Reflexion, der Beratung, der fachlichen Unterstützung und der fallbezogenen Arbeit. Allem liegt die Annahme zu Grunde, dass die Tätigkeiten der MentorInnen zu einer allgemeinen Professionalisierung führen, unter anderem auch durch eine Steigerung der Handlungskompetenzen, der Selbstwirksamkeitserwartung und der Sicherheit im Beruf.  Mentoring bezeichnet also die Tätigkeit einer erfahrenen Person, die ihr fachliches Wissen oder ihr Erfahrungswissen an eine unerfahrenere Person weitergibt. Ziel ist, den Mentee bei seiner persönlichen oder beruflichen Entwicklung zu unterstützen. Bereiche, die in einer solchen Beziehungen thematisiert werden, reichen von Ausbildung, Karriere und Freizeit bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung. Trotz ihres wertvollen Potenzials sind Mentoringprogramme in der pädagogischen Praxis noch immer selten. Sowohl LehrerInnen als auch SchülerInnen können von Mentoringbeziehungen fachlich wie psychosozial profitieren.
Mentoring stellt insgesamt ein Instrument der persönlichen und professionellen Weiterentwicklung etwa des Lehrpersonals dar, wobei durch den regelmäßigen Austausch das Zugehörigkeitsgefühl des pädagogischen Personals zu ihrer Institution wachsen kann und innerschulische Mentoring-Programme v.a. den Zusammenhalt zwischen jungen und berufserfahrenen LehrerInnen intensivieren. Gerade berufseinsteigende LehrerInnen schätzen die persönliche Fürsorge, die Bereitschaft, Zeit für das Mentoring bereitzustellen und die Balance zwischen persönlicher Nähe sowie professioneller Distanz zu wahren. BerufseinsteigerInnen sind vor allem dann mit dem Mentoring besonders zufrieden, wenn das Lehrmeister-Modell aufgebrochen wird und ihre MentorInnen sie als gleichwertige Mitglieder in die gesamte Schulkultur einführen, statt die Inhalte des Mentorings auf didaktische oder pädagogische Kompetenzen zu beschränken. Um eine ergebnisorientierte Reflexion bei den BerufseinsteigerInnen fördern zu können, ist die Beziehung zwischen Mentor bzw. Mentorin und BerufseinsteigerIn entscheidend, welche auch von der Persönlichkeit des Mentors bzw. der Mentorin abhängig ist. Diese Beziehung muss freiwillig eingegangen werden, wobei Vertrauen und Diskretion eine wesentliche Basis bilden. Nur wenn sich die BerufseinsteigerInnen im Beratungsprozess verstanden fühlen, können sie ihre Emotionen und Gefühle frei äußern. Nur durch eine wertschätzende und empathische Reaktion des Mentors bzw. der Mentorin auf diese Selbstäußerung wird eine ergebnisorientierte Reflexion möglich.

Eine neue Entwicklung im Mentoring ist das Cross-Mentoring.





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