informelles Lernen

Informelles Lernen ist jene Lernart, bei der sich ein Lernergebnis einstellt, ohne dass dies von vornherein bewusst angestrebt wird, und umfasst sowohl Erfahrungslernen wie implizites Lernen. Charakteristisch für informelles Lernen ist, dass es in der Arbeits- und Lebenswelt handlungsbasiert erfolgt, dabei aber nicht institutionell organisiert ist. Informelle Lernprozesse werden in der Regel nicht pädagogisch begleitet, d. h., es stellt sich ein Lernergebnis ein, das aus Situationsbewältigungen und Problemlösungen folgt. Bekanntlich findet das Lernen von Kindern auch vor, neben und nach der Schule statt, wobei dieses informelle Lernen nicht nur zeitlich umfänglicher, sondern hinsichtlich der Aufgabe des Lernens für das Leben wohl auch bedeutsamer als das formelle Lernen in den Bildungseinrichtungen ist. Im schulischen Alltag werden die Kinder im Unterschied zum außerschulischen Alltag, bei dem sich die Lernanforderungen aus der jeweiligen konkreten Situation ergeben, nämlich mit Lernanforderungen konfrontiert, die von allgemeiner Bedeutung sind.

John Dewey, amerikanischer Philosoph und Pädagoge und wohl der erste, der den Begriff des informellen Lernens gebrauchte, beschrieb es als natürliches Lernen und stellte es dem schulischen Lernen gegenüber. Diese Sichtweise prägte lange die Diskussion, bis das informelle Lernen auch im Kontext der Erwachsenenbildung und der beruflichen Weiterbildung entdeckt wurde, und diesen Bereichen stärker mit in die Arbeits- und Lebenszusammenhänge eingebunden wurde, so dass weitere Merkmale, wie das Erreichen eines Abschlusses mit in eine Beschreibung aufgenommen wurden.

Literatur
Stangl, W. (2001). Latentes, passives, implizites, inzidentelles oder informelles Lernen. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/LatentesLernen.shtml (01-11-21)





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