artifizielle Störung

Unter einer artifiziellen Störung versteht man eine psychiatrische Erkrankung, bei der Menschen Krankheitssymptome vortäuschen, die sie in einigen Fällen auch sich selbst zugefügt haben. Artifizielle Störungen sind demnach Krankheitsbilder, bei denen es zur heimlichen künstlichen Erzeugung oder Vortäuschung körperlicher und/oder psychischer Krankheitssymptome kommt, die in der Folge zu zahlreichen Krankenhausaufnahmen und medizinischen oder sogar operativen Maßnahmen führt. Nicht selten täuschen Betroffene durch Manipulationen am eigenen Körper, etwa Injektionen von toxischen Substanzen oder Schmutzwasser, Krankheitssymptome vor und sind der Überzeugung, dass die Folgeerkrankung keinesfalls auf eine Handlung von ihnen selbst zurückzuführen ist. Am häufigsten sind dabei Abszesse, Wundheilungsstörungen, artifizielle Fieberzustände und Anämien, seltener Operationen mit schweren Folgeschäden bis hin zu regelrechten Verstümmelungen. Artifizielle Erkrankungen werden oft erst nach mehrmonatigem bis mehrjährigem Krankheitsverlauf diagnostiziert, wobei so ziemlich alle medizinischen Fachgebiete von dieser Krankheitsgruppe betroffen sind.
Menschen, die von einer artifiziellen Störung betroffen sind, waren in der Regel schweren Belastungen ausgesetzt. Artifizielle Störungen werden daher meist durch Psychotherapien behandelt, wobei sich jedoch nur etwa jeder Dritte behandeln lässt, während sechs von zehn die Vortäuschung von Symptomen bestreiten, so dass keine Psychotherapie möglich ist.

Von der artifiziellen Störung sollte die Simulation abgegrenzt werden, denn im Gegensatz zur artifiziellen Störung haben Menschen, die simulieren, ein bestimmtes Anliegen.

Siehe dazu auch Münchhausen-Syndrom und Hospital-Hopper-Syndrom.




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