Neurozentrismus

Als Neurozentrismus bezeichnet man den Ansatz der Philosophie, die Gehirn und Denken gleichsetzt. Die Grundidee des Neurozentrismus lautet, ein geistiges Lebewesen zu sein, bestehe in nichts weiterem als dem Vorhandensein eines geeigneten Gehirns. Man kritisiert damit die Bestrebungen der Naturwissenschaft und auch Teilen der Philosophie, den Menschen als determiniertes Wesen zu begreifen, bzw. den Versuch, das bewusste menschliche Handeln als ein Oberflächenphänomen zu entlarven, dessen wahre Wirklichkeit in den Gehirnprozessen zu suchen ist. Da diese Hirnprozesse Teil eines umfassenden Naturgeschehens seien, das wiederum einem strengen Determinismus entsprechen soll, seien die menschlichen Handlungen durch diese Hirnprozesse eindeutig bestimmt. Folglich sei die Freiheit eine Illusion.
Manchen Geisteswissenschaftler erscheint diese Vorstellung als eine Schimäre der Naturwissenschaft. Markus Gabriel unterstellt sogar den Erforschern des menschlichen Gehirns einen Chauvinismus, der sich in einem Überlegenheitsanspruch der Naturwissenschaft äußert. Der Neurozentrismus verwechselt nach seiner Ansicht das menschliche Denken mit dem physiologischen Korrelat dieses Denkens, die man voneinander unterscheiden sollte. Das vor allem deshalb, da es zu metaphysischen Übertreibungen kommt.

Der Begriff ist übrigens eine Anlehnung an den Begriff Eurozentrismus, der die Welt nach europäischen Kategorien und Werten beurteilen will.




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