Psychonephrologie

Die Psychonephrologie ist ein spezielles Forschungsgebiet der medizinischen Psychologie und beschäftigt sich zentral mit dem Zusammenhang von Psyche und Nierenerkrankungen.
Etwa ein Drittel der Dialysepatienten ignoriert häufig wichtige Behandlungserfordernisse, wobei die Non-Adhärenz zu den folgenschwersten Risikopotentialen der Nierenersatztherapie gehört. Ist die Beziehung des Patienten bzw. der Patientin zum Behandlungsteam vertrauensvoll und sind die geltenden Verhaltensregeln möglichst einfach, steigt die Chance für eine Adhärenz. In der Psychonephrologie haben alle psychologischen, psychosozialen und psychotherapeutischen Interventionen das Ziel, die Bewältigungsstrategien der PatientInnen zu stärken und ihre Krankheitsverarbeitung zu unterstützen. Der Fokus liegt dabei nicht so sehr auf Defiziten sondern auf Stärken und Chancen. Psychonephrologie ist aber nicht als isoliertes psychologisch-psychotherapeutisches Arbeitsfeld zu betrachten, sondern vor allem Hilfe, die Anspruchshaltung an sich selbst zu verändern, Compliance aufzubauen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen und die eigene soziale Rolle neu zu definieren, den eigenen Körper neu kennen und akzeptieren zu lernen, sein Netzwerk neu aufzubauen und Arbeit, Freizeit und Lebenssinn neu zu definieren.
Die Interventionen sollten sich dabei an den verschiedenen Phasen der Erkrankung orientieren:

  • Initiale Krise: Schock, Schuld, Angst, Ärger, Furcht.
  • Honeymoon Periode: die Dialyse wird als nicht so schlimm erlebt wie ursprünglich assoziiert.
  • Krankheitsverlauf: PatientInnen müssen ihr Selbstkonzept der Schwere ihrer Erkrankung anpassen, vordringlich entstehen Trauer oder Verlusterleben, Frustration, Ärger, Scham.
  • Akzeptanz: die PatientInnen arrangieren sich mit der Situation, entwickeln neue Selbstkonzepte und Lebenspläne.




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