Kognitiv diagnostische Modelle

Kognitiv-diagnostische Modelle (Cognitive Diagnosis Models) sind in der Pädagogik mehrdimensionale Klassifikationsmodelle, die SchülerInnen in Profile beherrschter und nicht beherrschter Fähigkeiten einteilen, wobei die Fertigkeiten im Unterschied zu mehrdimensionalen Modellen meistens als Dichotomie (beherrscht vs nicht beherrscht) angenommen werden. Kognitiv-diagnostische Modelle sind allgemein betrachtet eine Klasse diskreter latenter Variablenmodelle, mit deren Hilfe grundlegende Merkmale, die einem Verhalten zugrunde liegen, analysiert werden können. Bei der Diagnostik von Kompetenzen werden mit diesen Modellen Basisfähigkeiten eingeschätzt, die einer bestimmten Kompetenzdomäne zugrunde liegen, etwa in der Schule für die Domäne Subtraktion von Brüchen sind folgende Basisfähigkeiten erforderlich: „auf einen Nenner bringen“ oder „eine ganze Zahl in einen Bruch verwandeln“. Mit Hilfe von solchen kognitiven Diagnosemodellen können somit individuelle multiple Kompetenz-Profile erzeugt werden, die auf Stärken und Schwächen eines Lernenden schließen lassen.
Im Grunde handelt es sich bei diesem Modell um eine grobe Verallgemeinerung des Lernmodells von Gagné, der vor allem in seinen obersten Stufen von einer Hierarchie von Kompetenzen ausging, die bei der Entwicklung von didaktischen Modellen zu berücksichtigen sind. In anderen Lehr-Lern-Modellen sprach man dabei von der Berücksichtigung von Vorkenntnissen, die bei der Planung von Unterricht erforderlich sind.

Literatur
Rupp, A. & Templin, J. L. (2008). Unique Characteristics of Diagnostic Classification Models: A Comprehensive Review of the Current State-of-the-Art. Measurement: Interdisciplinary Research and Perspectives, 6, 219-262.




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