Wirklichkeitskonstruktion

Die Wirklichkeitskonstruktion ist das zentrale Konzept des Konstruktivismus, der von der Annahme ausgeht, dass die Wirklichkeit, die Menschen zu sehen glauben, immer eine konstruierte Wirklichkeit ist. Mit anderen Worten: Es gibt keine objektive Wirklichkeit, sondern die Wirklichkeit wird durch den Beobachter einer Situation oder eines Zustands konstruiert bzw. „erfunden”, es ist also eine subjektive Wirklichkeit, wobei diese Erfindung  von der Geschichte des Beobachters (z.B. Sozialisierung, Kultur) und der Selektion relevanter Daten abhängt.
Eine Wirklichkeitskonstruktion findet immer dann statt, wenn man eine Unterscheidung macht, die für den Betreffenden einen relevanten Unterschied macht. Da es immer mehrere Alternativen gibt, eine Unterscheidung zu machen, muss man sich für eine entscheiden (Selektion), wohl wissend, dass es noch andere Alternativen gibt, die ebenfalls möglich und zieldienlich gewesen wären (Kontingenz). Allerdings ist damit nicht Beliebigkeit gegeben, denn letztlich entscheidet die Nützlichkeit, die Bewährung in der Praxis, ob eine bestimmte Wirklichkeitskonstruktion sinnvoll ist. Gerade bei weichen Wirklichkeiten spielt es eine entscheidende Rolle, welche Unterscheidungen man macht, d.h., was für den Betroffenen relevant ist und was nicht, denn auf diesen Unterscheidungen kann ein System sehr sensibel reagieren. Wichtige Kriterien der Wirklichkeitskonstruktion sind deshalb die Anschlussfähigkeit, die Viabilität und die Zieldienlichkeit.

Literatur
http://m.wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/wirklichkeitskonstruktion.html (11-10-11)





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