Defizitmodell

Der Begriff Defizitmodell bezeichnet eine wissenschaftliche Perspektive auf Phänomene, die vor allen Dingen die vermeintlichen Schwächen von Menschen oder Gruppen in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt. Dabei ist das Defizitmodell meist keine von vornherein bewusst angewandte Methode, sondern entwickelt sich vielmehr oft erst in der analysierenden Rückschau, insbesondere dann, wenn im Kontrast zu dem beschriebenen Ansatz die Stärken des betrachteten Objektes in den Mittelpunkt gestellt werden sollen.

Das Defizitmodell steht paradigmatisch einem Kompetenzmodell entgegen, in dem die Kompetenzen der Untersuchungsobjekte im Vordergrund stehen und vor allem qualitative Merkmale berücksichtigt werden.

Beispiel: So wird etwa in der Diskussion um den demographischen Wandel das Defizitmodell für die Auffassung verwendet, die Leistungsfähigkeit von MitarbeiterInnen nehme mit zunehmendem Alter ab. Das Defizitmodell führt daher zu einer Betrachtungsweise, die Alter per se als Problem sieht und die Chancen älter werdender Belegschaften meist nicht oder nur am Rande berücksichtigt, etwa die größere Kompetenz oder die praktische Erfahrung. Dadurch werden etwa Erfahrungswissen und Potenziale älterer Mitarbeiter nicht oder nur unreichend genutzt, sodass in diesem Fall das Defizitmodell im Sinne einer self fullfilling prophecy wirksam werden kann.




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