Reflexologie

Die Reflexologie oder Reflexpsychologie, Reflexionspsychologie bzw. Psychoreflexologie geht auf W. M. Bechterew und I. P. Pawlow zurück, wobei die zentrale Annahme ist, dass alle seelischen Inhalte aus physiologischen Reflexvorgängen zu erkennen oder abzuleiten sind. Die Reflexologie stützt sich dabei im Wesentlichen auf die Erforschung der bedingten Reflexe und ihrer Bildung durch klassische Konditionierung, Signallernen bzw. Reiz-Reaktions-Lernen. Höhere Bewusstseinsvorgänge kommen dabei durch eine Verkettung von Reflexen zustande. Die Reflexologie wurde von J. B. Watson aufgenommen und beeinflusste den amerikanischen Behaviorismus.

Zentral für die Reflexologie bzw. die klassische Konditionierung sind die Versuche des russische Nobelpreisträgers Iwan P. Pawlow (1849 – 1936), der einer der Begründer der Reflexologie war. Nach der Machtübernahme der Kommunisten durch Lenin im Jahre 1917 hat vorerst der radikalere Michailowitsch Bechterew auf die marxistische Psychologie gewirkt, doch ab 1950 trat dann wieder Pawlows Lehre in den Vordergrund, denn mit seinem materialistischen Ansatz stand er schon vor 1917 grundsätzlich auf demselben geistigen Boden wie der Marxismus. Wer in den fünfziger Jahren als Psychologe unter Stalin überleben wollte, musste alles, was er behauptete, durch ein Zitat Pawlows untermalen.




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